Nebenwerte: Wo Anleger in Reihe zwei abkassieren können

NebenwerteWo Anleger in Reihe zwei abkassieren können

Nach der Dax-Rally stehen Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen am Start. Sie sind zwar spekulativ, bieten dafür aber hohe Gewinnchancen. Wer etwas Geduld mitbringt, kann mit diesen 13 Unternehmen im Depot punkten.
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DüsseldorfHeimliche Champions und Unternehmen, die schon mal fast vor dem Aus standen – Papiere solcher Anwärter kauft Björn Glück am liebsten. Der Fondsmanager betreut bei der Frankfurter Lupus Alpha einen Fonds mit 70 kleineren Aktien, im Börsianer-Jargon leicht despektierlich „Nebenwerte“ genannt. „2013 wird ein gutes Jahr für kleine Aktien, weil große Investoren wieder kaufen und die Papiere erst jetzt richtig anfangen zu steigen“, wirbt er für die oft wenig beachteten Aktien unterhalb des Dax. Klar, die Euro-Krise darf nicht eskalieren. „In der Regel hängen die kleinen Werte die großen in der Erholungsphase sogar ab“, sagt Hywel Franklin, Fondsmanager bei UBS Global Asset Management in London.

Geschenkt bekommen Anleger nichts. Wenn es wieder abwärtsgehen sollte, drohen bei den weniger häufig gehandelten Aktien entsprechend höhere Kursverluste – so Anleger unbedingt verkaufen wollen. Noch gut erinnert sich Robert Suckel vom Hamburger Hedgefonds SPS an die Krisenjahre 2007 und 2008: „Alle wollten auf einmal raus, und zwar durch die gleiche Tür“, sagt Suckel, der mit seinem Hedgefonds vor allem Spezialwerte kauft. „Ein Investment in Nebenwerte ist immer auch eine langfristige Entscheidung; Geduld ist gefragt“, rät Franklin deshalb.

Nachholpotenzial ist da: Die Kurse haben sich seit dem Crash von 2008 erholt, doch der MSCI Small-Cap-Index – ein Aktienindex, der die Kurse von europäischen Nebenwerten abbildet – notiert weiterhin unter seinem Top von 2007. Das Umfeld für Aktien ist immer noch vielversprechend. Die Papiere profitieren von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sowie der Ankündigung der Notenbanker, notfalls Staatsanleihen strauchelnder Euro-Staaten im großen Stil zu kaufen. Etwas bessere Konjunkturprognosen heben die Stimmung zusätzlich. Der ifo-Geschäftsklimaindex legte im Dezember zum zweiten Mal in Folge zu; außerdem stieg der Index für die Geschäftserwartungen der Manager zum ersten Mal seit Mai vergangenen Jahres. Das kommt nach den Dax-Werten nun auch den Spezialisten hierzulande zugute.

Signale von der Börse kommen dazu. Zuletzt haben die Schwankungen am Aktienmarkt abgenommen. „Diese niedrige Volatilität ist für die Aktienmärkte ein wichtiger Indikator für den Risikoappetit auf Nebenwerte“, sagt Glück. Nachdem die meisten Dax-Werte schon gut gestiegen sind, geraten kleinere und mittlere Papiere nun ins Visier der Käufer. Die bieten derzeit drei entscheidende Vorteile:

  • Die Unternehmen sind kleiner und können schneller auf Marktveränderungen reagieren – etwa uninteressante Beteiligungen abstoßen oder neue Geschäftsfelder erschließen;
  • weil sie sich meist auf wenige Produkte und Märkte konzentrieren, sind sie für Anleger besser überschaubar und deshalb berechenbarer;
  • weil viele Investoren diese Papiere nicht beachten, ist die Chance größer, sich einen Informationsvorsprung zu erarbeiten.

Die WirtschaftsWoche hat aus dem Universum der kleinen und mittleren Aktien 13 Kaufkandidaten herausgefiltert, die noch Nachholpotenzial bieten.

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  • Danke für die Tipps, sehr spannend. Einige der erwähnten Unternehmen kenne ich gut und kann daher Ihre Einschätzung bestätigen. Mehr davon bitte.

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