Negative Korrelation
Rohstoffe haben mehrere Ertragsquellen

Rohstoffe sind derzeit das zentrale Anlagethema. Eine Eigenschaft der Anlageklasse ist, dass sie signifikant negativ mit Aktien und Renten korreliert, was ein gemischtes Portfolio stabilisieren kann.

HB FRANKFURT. Zugang zu den Rohstoffmärkten können sich Anleger über eine Vielzahl von Produkten verschaffen. Vor allem Rohstoff-Zertifikate liegen derzeit im Trend. Hier sollten Anleger aber insbesondere die Kostenstruktur kritisch hinterfragen. Die klassische Form der Rohstoff-Anlage besteht seit mehr als 100 Jahren in Form von Termin-Kontrakten. Futures verbriefen das Recht, den zu Grunde liegenden Basiswert zu kaufen oder zu verkaufen. Beim Kauf eines Terminkontraktes über die Börse muss nur ein geringer Prozentsatz von fünf bis zehn Prozent als Margin hinterlegt werden. Der Rest der Anlagesumme wird als Sicherheit nicht kapitalgebunden hinterlegt und kann so Zins bringend angelegt werden.

Diesen zusätzlichen Zinsertrag bezeichnet man mit Collateral Yield. Mit einem Future-Investment kann man also nicht nur den Spot-Return, die eigentliche Kurssteigerung des Basiswertes, erwirtschaften, sondern auch den Collateral Yield. Für den Anleger ist entscheidend, ob ihm seine Future-Anlage zusätzlich verzinst wird. Eine dritte Ertragsquelle entsteht durch den so genannten Roll Yield. Bei Futures besteht eine Differenz des aktuellen Kassakurses zum erwarteten Terminkurs. Ist der aktuelle Kassakurs höher als der in der Zukunft liegende Terminkurs, kann durch permanentes Rollen von Terminkontrakten, die so genannte Backwardation, ein zusätzlicher Ertrag erwirtschaftet werden, wenn der Terminpreis unter dem Kassapreis liegt.

Jeder Rohstoffmarkt unterliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten. Deshalb sollten Anleger bei einem aktiv gemanagten Rohstoffprodukt neben dem Verlauf der Terminkurve als zentralem Indikator der absoluten Wertentwicklung unbedingt auch die Lagerbestände analysieren. Denn zwischen dem Verlauf der Terminkurve und den Lagerbeständen der jeweiligen Rohstoffe gibt es eine hohe Korrelation. Wenn die Lager nicht gefüllt sind, kommt es zu Knappheiten, was sich auf den Preis des Rohstoffes auswirkt. Die Preise einzelner Rohstoffe werden auch künftig enorm schwanken. In einem breit diversifizierten aktiv gemanagten Rohstoff-Fonds sollten deshalb Rohstoffe anhand von drei Kriterien analysiert werden: Primärmarktüberschüsse/-defizite, Lagerbestände und Terminmarktkurven.

Christoph Eibl ist Executive Director und Partner bei Tiberius Asset Management AG.

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