Nervosität der Investoren spiegelt die soliden Fundamentaldaten Mexikos nicht wider
Peso-Schwäche schürt Ängste

In Mexiko steigt angesichts eines anhaltend schwachen Pesos die Angst vor einer größeren Abwertung. In den vergangenen Wochen eilte die mexikanische Währung von Rekordtief zu Rekordtief gegenüber dem US-Dollar.

MEXIKO-STADT. Das niedrigste Niveau aller Zeiten erreichte der Peso am 10. Mai, als die US-Währung 11,69 Peso kostete. Damit hat sich der Dollar in Mexiko in diesem Jahr bereits um 4,25 % verteuert; im 52-Wochen-Vergleich liegt die Rate sogar bei 13 %.

Gegenüber dem Euro verhält sich die Entwicklung etwas anders. Der mexikanische Peso vollzieht das Auf- und Ab der US-Währung zum Euro nach, weil Mexiko und die USA wegen ihrer engen Verzahnung als ein Wirtschaftsraum wahr genommen werden. Gegenwärtig kostet ein Euro rund 13,50 Peso. Der Peso hatte noch 2001 als härteste Währung der Welt gegolten. In dem Jahr gewann er 5 % gegenüber dem Dollar und 10 % gegenüber dem Euro.

Experten sind sich uneins, ob die aktuelle Schwäche des mexikanischen Pesos Anlass zu größerer Sorge gibt. Im Markt überwiegt die Meinung, dass die hohe Volatilität der Währung vor allem eine nervöse Überreaktion auf die vermutete Zinserhöhung in den USA ist. Die Entwicklung spiegele nicht die sehr gute Wirtschaftssituation Mexikos mit stabilen makroökonomischen Fundamentaldaten wider, gibt Ramón Hernández von der IXE-Finanzgruppe zu bedenken. „Die Bedingungen sind ganz andere als 1994“.

Während der so genannten Tequila-Krise büßte der Peso damals innerhalb weniger Tage 60 Prozent seines Wertes ein, und die Zinsen schossen in astronomische Höhen. Diese Szenario sei auszuschließen, heißt es. Denn anders als vor zehn Jahren sind Haushaltsdefizit, Inflation und Zinsen ausgesprochen niedrig. Zudem haben die Devisenreserven Mexikos vor allem auf Grund der hohen Ölpreise den Rekordstand von knapp 60 Milliarden Dollar erreicht, und auch die Überweisungen der Auslandsmexikaner nehmen jeden Monat zu. Das positive makroökonomische Panorama honorierte die Ratingagentur Standard & Poor's in der vergangenen Woche und bestätigte die Investitionsstufe „BBB-“ für Mexiko.

Seite 1:

Peso-Schwäche schürt Ängste

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%