Neue Anbieter: Konkurrenz belebt das Fondsgeschäft

Neue Anbieter
Konkurrenz belebt das Fondsgeschäft

Das Geschäft mit Investmentfonds ist in Deutschland ein Milliardenmarkt, auf dem neben den heimischen immer mehr ausländische Anbieter um die Kundengelder rangeln. Wie Anleger von dem Wettbewerb profitieren.
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Das fängt ja gut an: Mit Aktienfonds ließen sich in den sieben Wochen seit Jahresbeginn schon 18 Prozent verdienen. Das gelang allerdings nur den Anlegern, die auf die zunächst etwas abseitig klingende Idee kamen, sich den Aktienfonds Fidelity Malaysia zuzulegen. Die bekannteren weltweit anlegenden Aktienfonds brachten im Schnitt 3,5 Prozent - und damit schon in einem Monat so viel, wie Tagesgeldkonten normalerweise im ganzen Jahr abwerfen. Deutsche Aktienfonds kamen im Mittel gar auf ein Plus von 4,5 und europäische von 4,1 Prozent.

An sich läuft alles ideal für Anleger und auch für die Fondsanbieter. Der Deutsche Aktienindex Dax klettert und klettert, zuletzt immer näher an die 7 000-Punkte-Marke heran. Nach einer Umfrage der Fondstochter von J.P. Morgan rechnen 70 Prozent der möglichen Investoren mit weiteren Kursgewinnen. "So viele Anleger waren noch nie von einer positiven Entwicklung des deutschen Aktienmarktes für das nächste halbe Jahr überzeugt", freut sich Jean Guido Servais, Marketing Director bei J.P. Morgan Asset Management. Demnach plant auch jeder zweite Befragte, in den Aktienmarkt einzusteigen.

Die Fondshäuser würde es freuen. Sie verwalten inzwischen 1 409 Milliarden Euro in Deutschland. "In den vergangenen 15 Jahren ist das Fondsvolumen jährlich im Schnitt um 15,8 Prozent gewachsen", schwärmt der Frankfurter Privatbankier Friedrich von Metzler. "Die Altersvorsorge und die Vermögen der Erbengeneration sorgen für hohen Anlagebedarf", sagt Rüdiger Ginsberg, Chef des Fondsanbieters Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken). Im Schnitt hat jeder Bundesbürger 7 000 Euro in Fonds stecken, nur 30 Prozent der Haushalte besitzen überhaupt Investmentfonds. Verglichen mit Frankreich und den USA, deren Bürger locker das Dreifache angelegt haben, sind die Deutschen ausgesprochene Fondsmuffel.

Das gilt besonders für Aktienfonds. Aus den Aktienportfolios der 83 Fondshäuser, die Mitglied im deutschen Branchenverband BVI sind, zogen die verunsicherten Anleger im vergangenen Jahr 8,5 Milliarden Euro mehr ab, als Wagemutige eingezahlt haben. Es dürfte für die Fondshäuser nicht einfach werden, die Gelder zurückzuholen. Der Wettbewerb um die Anlegergelder verschärft sich. Mit rund 9 000 Investmentfonds von rund 100 deutschen und ebenso vielen ausländischen Fondsanbietern ist der Markt schon jetzt unübersichtlich dicht.

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