Neue Bilanzierungsregeln belasten vor allem Technologiefirmen
Aktienoptionen schmälern Gewinne

Die Gewinne einiger großer US-Konzerne wie Sun Microsystems oder Novell dürften ab 1. Januar 2006 deutlich niedriger ausfallen als bisher. Nach neuen Bilanzierungsregeln müssen die Konzerne ab dem Geschäftsjahr 2006 an Mitarbeiter ausgegebene Kaufoptionen auf Aktien als Kosten ausweisen.

DÜSSELDORF. Das wird die Quartalsergebnisse bei manchen Firmen um mehr als 50 Prozent reduzieren, ergab eine Studie der Investmentbank Credit Suisse First Boston. Der Bericht geht davon aus, dass auch die Aktienkurse unter Druck geraten. Die neuen Regeln könnten zudem europäische Titel belasten, die ihre Zahlen nach US-Standards vorlegen.

Kaufoptionen auf Aktien geben den Mitarbeitern das Recht, Papiere des Unternehmens zu einem festgesetzten, meist deutlich unter dem Handelskurs liegenden Preis zu erwerben. Die Begünstigten können die Aktie danach mit Kursgewinnen am Markt abstoßen. Diese Form der Vergütung ist besonders unter US-Technologiefirmen beliebt, wird aber auch von europäischen Unternehmen angewandt. Nach den amerikanischen Rechnungslegungsregeln US-Gaap zählten die Kaufoptionsprogramme bisher nicht als Kosten. Lobbyisten der US-Technologiefirmen haben bis zuletzt versucht, die neuen Regeln zu verhindern.

„Die Aktienoptionen werden an der Wall Street in den nächsten Wochen ein größeres Thema werden“, sagte Marktstratege Howard Silverblatt vom Finanzinformationsdienst Standard & Poor’s. Nach seinen Berechnungen wird der Ausweis der Optionen als Kosten die Quartalsgewinne der Technologiefirmen um 18 Prozent reduzieren. Die Gewinne sämtlicher im Aktienindex S&P 500 notierten Unternehmen werden insgesamt um etwa 4,5 Prozent niedriger ausfallen, schätzt er. Wertpapieranalyst David Zion von Credit Suisse First Boston kommt auf eine Verringerung um insgesamt drei Prozent.

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