Neue Höchststände
Standardwerte stützen Ibex

Die schlechten Nachrichten über die Entwicklung der spanischen Konjunktur und insbesondere des Immobilienmarktes reißen nicht ab. Aber das hält den spanischen Börsenindex Ibex schon seit einigen Wochen nicht davon ab, fast täglich neue Höchststände zu feiern. Der Index profitiert von der geringen internationalen Ausrichtung vieler Unternehmen.

MADRID. „Wir scheinen uns auf eine Abkoppelung des spanischen Unternehmenssektors und des spanischen Wirtschaftswachstums hinzubewegen“, konstatieren die Analysten der Deutschen Bank. Sie rechnen damit dass dieses Phänomen sich in den nächsten Monaten verstärkt zu beobachten sein wird.

Der Hauptgrund dafür: Die Schwergewichte des Börsenindex haben in den letzten Jahren massiv im Ausland investiert, um ihre Abhängigkeit vom heimischen Markt zu senken. Spanien war 2006 von den größeren Industrieländern der drittgrößte Auslandsinvestor. Vor allem der durch die hohen Rohstoffpreise ausgelöste Wirtschaftsboom in Lateinamerika kommt den spanischen Unternehmen, die traditionell stark in der Region investierten, nun zugute. Aber die Spanier haben in den letzten Jahren auch ihre Position im restlichen Europa, in den USA und in Asien sehr gestärkt.

Zu den Höhenflügen des Ibex trägt in erster Linie vor allem eine Handvoll von Unternehmen bei: Die beiden Großbanken Santander und BBVA, Telefonica, der Ölkonzern Repsol sowie der Energieversorger Iberdrola haben zusammen ein Gewicht von 65 Prozent in dem spanischen Börsenindex. Alle diese Unternehmen machen mittlerweile die Hälfte oder mehr ihrer Umsätze und Gewinne außerhalb Spaniens.

Die spanische Wirtschaft schwächt sich zunehmend ab. Für das nächste Jahr wird mittlerweile ein Wachstum von unter drei Prozent erwartet – im Vergleich zu voraussichtlich 3,8 Prozent 2007 –, wofür vor allem die Rückgänge in der Bauwirtschaft und im Konsum verantwortlich sind. Doch selbst die großen Baukonzerne wie Acciona, ACS, Ferrovial, FCC oder Sacyr Vallehermoso, die einst Spaniens Immobilienboom mitbegründet haben, dürften jetzt kaum unter der Schwäche des Marktes leiden, da sie sich mittlerweile sowohl regional als auch in ihren Geschäftsfeldern stark diversifiziert haben.

Acciona ist seit der Übernahme von Endesa eher ein Energieunternehmen als ein Baukonzern. Bei ACS und Ferrovial macht der Bausektor nur noch rund ein Drittel des Umsatzes und um die 15 Prozent des Vorsteuergewinns (Ebitda) aus. Bei FCC sorgt der Bau- und Immobiliensektor zusammengenommen noch für rund die Hälfte des Umsatzes. Selbst bei Sacyr Vallehermoso macht der Bau- und Immobiliensektor nach Schätzung der Deutschen Bank nur etwa die Hälfte des Unternehmenswertes aus, die andere Hälfte steuern die Beteiligungen bei – etwa die 20 Prozent Anteile, die Sacyr an dem Ölkonzern Repsol hält.

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