Neue Investment-Angebote
Fonds, Zertifikate und ETFs bieten Zugang zu Rohstoffen

Steigende Öl-, Benzin- und Nahrungsmittelpreise sowie die Produktoffensive der Investmentbranche haben Rohstoffe als Anlageklasse in den vergangenen Jahren auch in das Bewusstsein von Privatanlegern gerückt. Aufgrund der Vielzahl der neuen Angebote stellt sich der Anleger die Frage, welche Titel wo abgebildet werden.

STUTTGART. Die Trennschärfe einzelner Produktformen wie etwa Fonds und Zertifikate ist durch eine modernere Investmentgesetzgebung geringer geworden. Lediglich bei Produkten auf einzelne Rohstoffe, beispielsweise Benzinzertifikate, sind Investmentfonds nicht geeignet. Bei diversifizierten Anlagestrategien bieten Investmentfonds dagegen den Vorteil des aktiven Managementansatzes. Produkte der ersten Stunde waren hier Aktienfonds und -zertifikate, die in Bergbauunternehmen und Goldminenaktien investierten.

Diese Palette wurde zwischenzeitlich durch Wasser-, Nahrungs- bis hin zu agrarwirtschaftlichen Fonds erweitert. Dabei legen die Fondsmanager stets in Firmen an, die in den entsprechenden Bereichen tätig sind.

So sind beispielsweise in Wasserfonds auch Schwergewichte wie Nestlé oder Danone vertreten, da diese Firmen besonders stark in der Verpackung von Wasser und Distribution engagiert sind. Betreiber von Brunnen oder Hersteller von Filter- und Meerwasserentsalzungsanlagen stellen dagegen die Minderheit dar. Daneben bewirbt die Investmentbranche zunehmend Fonds, die in Rohstoffe investieren, die physisch verfügbar sein könnten. Die Vorstellung, dass Banken Unmengen Rohöl in ihren Kellern lagern ist zwar amüsant, entspricht aber selbstverständlich nicht der Realität.

Tatsächlich wird in Swaps auf Rohstoff-Terminkontrakten investiert. Nahezu alle Rohstoffe werden an regulierten Börsen gehandelt. Dabei kann sowohl das physische Produkt zum jetzigen Zeitpunkt – ein so genannter Spot – als auch ein zukünftiger Lieferanspruch erworben, das heißt ein Future abgeschlossen, werden. Mit einem Drei-Monats-Future auf Rohöl wird beispielsweise nicht das Öl des aktuell im Hafen liegenden Schiffes gekauft, sondern ein Anspruch auf das Öl eines Schiffes, das erst in drei Monaten in den Hafen einläuft. Die Summe der Futures wird in den Fonds „geswapt“, also die Wertentwicklung im positiven und negativen Sinne in den Fonds transferiert. Alle Fonds haben dabei die gesetzlichen Vorschriften zu beachten, so darf etwa keine physische Lieferung möglich sein.

Darüber hinaus gibt es auch Zertifikate auf einzelne Rohstoffe, denen wiederum einzelne Rohstoff-Futures zugrunde liegen, oder auf Rohstoffindizes mit unterschiedlicher Gewichtung der Commodities. Als weitere Gruppe haben sich börsengehandelte Exchange Traded Funds (ETF) etabliert, zum Beispiel auf Gold. Die meisten dieser Produkte sind mit physischem Gold unterlegt und unterscheiden sich damit von den anderen Rohstofffonds, die sich auf Rohstoff-Futures beziehen.

Eine Kombination aus den genannten Gruppen bilden Rohstoff-Dachfonds, die sowohl in klassische Aktien-Rohstofffonds als auch in RohstFuture-Fonds investieren dürfen. Abgerundet wurde die Produktpalette in den vergangenen Monaten durch die Auflage von geschlossenen Investmentfonds, die unter anderem auch Anlagen in Wälder ermöglichen.

Michael Krauß ist Leiter der Produktentwicklung bei der LBBW Asset Management GmbH.

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