Neue Kauflust der Verbraucher
Börse am Kap auf Rekordkurs

Die Johannesburger Börse (JSE) hat ihren Höhenflug auch in den ersten Wochen des neuen Jahres fortgesetzt. Die höheren Rohstoffpreise, besonders der gestiegene Goldpreis, ließen den JSE-Index bis auf wenige Punkte an sein bisheriges Allzeithoch von knapp 25 600 Punkten klettern.

KAPSTADT. Verantwortlich für den langen Höhenflug der südafrikanischen Börse waren das gute Wirtschaftswachstum, die geringe Inflation von rund fünf Prozent und die vergleichsweise niedrigen Zinsen. Ein beispielloser Konsumboom führte darüber hinaus zu einer bemerkenswerten Steigerung der Unternehmensgewinne und einer – wenn auch nur geringen – Zunahme der Investitionen. Gleichzeitig verlor der Rand im letzten Jahr nur knapp zehn Prozent gegenüber dem Dollar – weniger als die meisten Experten zuvor prophezeit hatten. Für 2007 wird wegen des hohen Defizits in der Leistungsbilanz allerdings mit einer stärkeren Abschwächung der Währung gerechnet. Überhaupt dürfte der Rand das Abschneiden der JSE in diesem Jahr ähnlich stark beeinflussen wie der Rohstoffhunger der Chinesen. Denn trotz des Umbaus der Wirtschaft und des stark wachsenden Dienstleistungssektors machen Rohstoffe noch immer rund 40 Prozent des südafrikanischen Exportvolumens aus.

Ob das Wachstum der Börse anhalten wird, ist unter Experten allerdings umstritten. Dabei werden die skeptischen Stimmen immer lauter. „Nach drei Jahren mit Zugewinnen von 40 Prozent und mehr darf man nun keine Wunderdinge erwarten“, sagt Jeremy Gardiner, Chef von Investec Asset Management. Er rät zu eingeschränkter Vorsicht, denn „wer einen Riecher für Einzelwerte hat, dürfte trotzdem nicht schlecht fahren“. In die gleiche Kerbe schlägt Julian Wentzel von Macquarie First South: „Der Markt hat bislang eine Eigendynamik entwickelt. In Zukunft wird es aber schwerer werden. Wer mit Einzelwerten Erfolg haben will, muss viel Sachverstand mitbringen.“

Paul Hansen von Stanlib hingegen bleibt wegen der hohen Rohstoffnotierungen weiterhin optimistisch – auch wenn diese von ihren historischen Höchstständen zurückfallen werden. Ermutigend wertet er zudem den Aufschwung der Gewerbeimmobilien und die Investitionen im Minensektor. Für etwas Verblüffung sorgte daher die Empfehlungsliste der Citigroup für 2007. Unter ihren Favoriten findet sich nämlich kein einziger Minenwert. Empfohlen werden stattdessen die Bank First Rand, das Petrochemieunternehmen Sasol, die Mediengruppe Naspers und Südafrikas Telkom.

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