Neue Milliarden freigesetzt: Lehman-Gläubiger können mit mehr Geld rechnen

Neue Milliarden freigesetzt
Lehman-Gläubiger können mit mehr Geld rechnen

Gute Nachrichten von der Pleitebank Lehman Brothers: Die Gläubiger der US-Investmentbank können mit mehr Geld rechnen als bislang erwartet. Womöglich könnten alle Ansprüche gegen Lehmans Europatochter bedient werden.
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DublinGläubiger des europäischen Ablegers der im Herbst 2008 pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers können auf weitere Rückzahlungen hoffen. Der Lehman-Abwickler Tony Lomas von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sagte am Montag, womöglich könnten sogar alle Ansprüche bedient werden. Dafür gebe es mittlerweile eine realistische Chance.

„Es gibt noch viel zu tun bei dem Abschluss der Abwicklung, aber wir erwarten kurzfristig eine zweite, signifikante Dividende an die Gläubiger zahlen zu können,“ sagte Lomas. Bislang sind bei der Europa-Einheit Vermögenswerte in Höhe von umgerechnet rund 16 Milliarden Euro verteilt worden. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wird im Laufe des Jahres eine weitere Summe von fast sieben Milliarden Euro verteilt.

Anfang April hatte die Nachfolgefirma des Bankhauses erneut Milliarden an die Gläubiger der US-Mutter ausgezahlt. Die 14,2 Milliarden Dollar waren die dritte Zahlung, seitdem Lehman im vergangenen Jahr das Insolvenzverfahren abschloss. Sie haben die Summe auf etwa 47 Milliarden Dollar hochschrauben. Insgesamt sollen mehr als 65 Milliarden Dollar gezahlt werden. Damit würden Gläubiger im Durchschnitt 21 Prozent ihrer genehmigten Forderungen eintreiben können.

In Deutschland stehen zur Zeit vor allem die Kosten für das Insolvenzverfahren im Fokus. Der Insolvenzverwalter fordert bis 800 Millionen Euro Gebühren für das Verfahren. Kritiker bemängelten neben der astronomisch hohen Summe auch die fehlende Transparenz bei der Berechnung. Zudem würde die Ausschüttung an die gläubiger signifikant gesenkt. Anders als im US-Insolvenzrecht haben die Gläubiger in Deutschland kein Mitspracherecht bei der Festsetzung der Vergütung, die ein Insolvenzverwalter erhält.

Durch die Lehman-Pleite eskalierte 2008 die globale Finanzkrise. Viele Banken liehen sich untereinander und den Kunden kein Geld mehr. Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland, rutschten tief in die Rezession.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Draghis „Religion“: Die Löhne müssen runter !

    Nun - Draghis Überrumpelung Hollandes bestand in einem arglistigen Trick, der sicher nicht unter „Versehen“ oder politischer Naivität abzubuchen ist. Der stets arrogante EZB-Chef hat einfach Äpfel mit Kürbissen verglichen, indem er die Produktivität r e a l berechnete (also inflationsbereinigt) – die Lohnentwicklung jedoch n o m i n e l l dieser in der Grafik gegenüberstellte: das Ergebnis führte zu einer Darstellung, die die Lohnsteigerung „explosiv ansteigend“ darstellte – währenddessen sich die Produktivität gemächlich entwickelte. Besonders gravierend ist dies im direkten Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich zu sehen, was zu einigen giftigen Kommentaren der „wohlgefühlten Ökonomen-Journaille“ querbeet durch die deutsche Medienlandschaft führte und Frankreich umgehend als DAS Problem der Eurozone an die Wand genagelt wurde.

    http://ow.ly/k939g

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