Neuer Index
Mit Derivaten in Hotels investieren

Ein neuer Index misst in den USA die Entwicklung der Zimmerpreise in Hotels. Danach soll die US-Finanzbranche zukünftig Swaps, Optionen und Futures entwickeln und anbieten. Die Chance ist hoch, dass der Handel mit diesen Finanzderivaten schnell in Schwung kommt.

NEW YORK. Daniel Quan hat ein ehrgeiziges Ziel. Der Wirtschaftsprofessor an der Cornell University School of Hotel Administration in Ithaca/New York will der derzeit boomenden Hotelbranche in den USA bessere Kontroll- und Steuerungsmechanismen ermöglichen. Quan hat als Mitgründer der HQuant LLC einen neuen Index entwickelt: den so genannten HQuant-Lodging-Index. Das Barometer reflektiert – saisonal bereinigt – die Entwicklung durchschnittlicher Hotelzimmerpreise. Quan lässt dazu in seinen Index die aktuellen Konditionen von mehr als drei Mill. Hotelzimmern in den USA einfließen, was ihm immerhin eine Abdeckung von insgesamt 68 Prozent des US-Marktes ermöglicht.

Auf den neuen Index soll die US-Finanzbranche zukünftig Swaps, Optionen und Futures entwickeln und anbieten. Die Chance ist hoch, dass der Handel mit diesen Finanzderivaten schnell in Schwung kommt, denn damit haben die Anleger eine neue Möglichkeit für ihre Immobilieninvestments, die vor allem in den USA und in Großbritannien in den vergangenen Monaten immer stärker an Bedeutung gewonnen haben.

„Wenn sich Anleger heute direkt in Hotels einkaufen wollen, müssen sie dafür einen substanziellen Kapitalbetrag aufwenden“, stellt Quan den Vorteil des neuen Indexes heraus. Er erlaube dem Anleger über Finanzderivate eine indirekte Teilnahme an der aktuellen Geschäftsentwicklung von Hotels und Hotelimmobilien, ohne dass er hohe Kapitalbeträge wie beim direkten Erwerb einer entsprechenden Immobilie aufbringen muss.

Auf der anderen Seite hat Quan mit seiner Initiative die Grundlage dafür geschaffen, dass die Hotelbranche in Zukunft mit Hilfe derivativer Finanzinstrumente ihr Risiko besser kontrollieren und steuern kann. So kann sich zum Beispiel ein Hotelier durch den Kauf entsprechender Optionen gegen starke saisonale Preisschwankungen absichern.

Nach Angaben des Universitätsprofessors ist vorgesehen, den Index in Zukunft durch zahlreiche Subindizes zu ergänzen und sich dabei Schritt für Schritt auch auf andere internationale Hotelmärkte zu orientieren. Ein Scheitern seines Projektes scheint anderes als bei früheren Versuchen eher unwahrscheinlich. Vor mehr als einem Jahrzehnt blieb eine Initiative der österreichischen Terminbörse ÖTOB – heute Marktsegment der Wiener Börse –, der Hotel- und Touristikwirtschaft des Landes derivative Instrumente zur Verfügung zu stellen, erfolglos. Dagegen seien die treibenden Kräfte hinter der Entwicklung seines Indexes die Banken gewesen, sagt Quan. Die mit großen Summen in Immobilien engagierten Finanzinstitute hätten bereits seit langem die Notwendigkeit zur Errichtung eines funktionierenden Derivatemarktes für Gewerbeimmobilien erkannt.

Zahlreiche Übernahme- und Fusionsaktivitäten von auf den Hotelbetrieb fokussierte Real Estate Investment Trusts (Reits) – börsennotierten Immobiliengesellschaften – haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Preise am Markt für Hotelimmobilien nach oben getrieben – vor allem in den USA. Dies wurde auch von Private Equity-Unternehmen wie zum Beispiel Blackstone erkannt, die zuletzt hohe Geldbeträge in diesen Industriezweig gesteckt und sich in Hotelgesellschaften eingekauft haben.

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