Noch muss der FASB-Beschluss die gesetzlichen Hürden passieren
Kursrutsch durch neue Regeln befürchtet

Die Gewinne großer US-Konzerne wie Cisco, Dell oder Sun Microsystems dürften ab dem Jahr 2005 deutlich geringer ausfallen, warnen Analysten. Darauf seien viele Anleger bis jetzt noch nicht gefasst, und es könnte zu Kurseinbrüchen kommen. Nach einem Beschluss des US-Rechnungslegungskomitees FASB müssen Unternehmen künftig an Mitarbeiter ausgegebene Kaufoptionen auf Aktien als Kosten ausweisen. Das werde besonders in der US-High-Tech-Branche die Ergebnisse deutlich schmälern, errechneten Experten.

DÜSSELDORF. Auch nach den europäischen Rechnungslegungsregeln IFRS ist es ab 2005 Pflicht, Vergütungen in Form von Aktienoptionen als Kosten auszuweisen.

Die FASB-Entscheidung wird nach Ansicht des Finanzinformationsdienstes Standard & Poor’s die Gewinne der im S&P 500 vertretenen größten US-Unternehmen um durchschnittlich 7,4 % reduzieren. Besonders dramatisch dürfte dabei die neue Regelung die Ergebnisse der Technologiewerte verschlechtern. Wertpapieranalyst Steven Milunovich von der Investmentbank Merrill Lynch errechnete für eine Gruppe von 84 US-Tech-Werten, dass dort die Gewinne der Jahres 2004 im Mittel um 35 % schwächer ausfallen werden, 2005 dürfte die neue Regel die Ergebnisse um 27 % reduzieren.

Die neue Optik spiegele die Tatsachen wesentlich ehrlicher wider, glaubt Milunovich. „Anders, als viele Anleger glauben, sind Aktienoptionen eine Belastung für die Konzernkasse“, sagt er. Durch die Ausgabe von Kaufoptionen auf Aktien an Mitarbeiter seien die Konzerne gezwungen, ständig Aktien zurückzukaufen, um einer Verwässerung der Aktienkurse und der Gewinne entgegenzuwirken.

Kaufoptionen auf Aktien geben den Mitarbeitern das Recht, Papiere des Unternehmens zu einem festgesetzten, meist deutlich unter dem Handelskurs liegenden Preis zu erwerben. Die Begünstigten können die Aktie danach mit Kursgewinnen am Markt abstoßen. Diese Form der Vergütung ist besonders unter US-Technologiefirmen beliebt, wird aber auch von europäischen Unternehmen angewandt. Nach den amerikanischen Rechnungslegungsregeln US-Gaap zählen die Kaufoptionsprogramme bisher nicht als Kosten.

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