Nur Lafarge und Heidelberg Cement trauen die Analysten noch Kurssteigerungen zu
Schwieriges Marktumfeld beendet Rally der Zement-Aktien

Eigentlich könnte es für die Zementkonzerne kaum besser laufen. Die Nachfrage nach dem Baustoff ist ungebrochen hoch, die Preise ziehen stetig an. Einige Unternehmen haben sogar bereits ihre Prognosen für das laufende Jahr angehoben.

DÜSSELDORF. Anleger sollten sich davon jedoch nicht blenden lassen. Mittlerweile übersteigen bei einigen Anteilsscheinen die Risiken die Chancen, sagen Experten. Nur wenige Papiere bergen daher noch Phantasie. Sorgen bereiten den Analysten vor allem die mittlerweile hohe Bewertung der meisten Aktien. Seit Jahresbeginn gewann beispielsweise das Papier des größten Baustoffkonzerns Lafarge über zehn Prozent. Die Titel des Schweizer Konkurrenten Holcim verbuchten ein Plus von rund 20 Prozent, die Aktie von Heidelberg Cement schoss sogar um 40 Prozent in die Höhe. Einige Titel sind damit gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis inzwischen alles andere als günstig.

Und auch das Geschäft wird schwieriger. In vielen Regionen stoßen die Verkaufspreise wieder an ihre Grenzen. Außerdem sind die Konzerne mit den steigenden Transportkosten zunehmend an die Länder gebunden, in denen sie auch produzieren. „Nur Unternehmen, die ein gut aufgestelltes Länderportfolio aufweisen, können daher noch weiter wachsen“, sagt Ralf Dörper, Analyst bei der WestLB.

Zu den Favoriten der Analysten zählt daher die Lafarge-Aktie. Die Franzosen profitieren zurzeit vor allem von dem starken Nordamerika-Geschäft. Und auch für die Zukunft ist der Konzern gewappnet. „Asien wird immer wichtiger“, sagt Dörper, der den Titel mit „outperform“ einstuft. In dieser Region ist Lafarge im Vergleich zu den anderen Unternehmen breiter aufgestellt.

Während die meisten Experten von dem zweiten deutschen börsennotierten Zementhersteller Dyckerhoff und der Schweizer Holcim zurzeit abraten, birgt die Aktie von Heidelberg Cement noch Phantasie. Das Papier gilt zwar fundamental als ausgereizt. Interessant ist bei dem deutschen Branchenprimus aber die Eigentümerstruktur.

Der Pharmaunternehmer und Altaktionär Adolf Merckle hat zuletzt seinen Anteil kontinuierlich aufgestockt. Bereits Anfang August hielten Merckle und ihm nahe stehende Personen und Gesellschaften über 67 Prozent der Anteile. Und das Übernahmeangebot an die verbliebenen Aktionäre lief erst Ende vergangener Woche aus. Diesen hatte der Unternehmer über seine Beteiligungsgesellschaft Spohn Cement 60 Euro je Aktie geboten. Eine entsprechende Pflichtmitteilung über die Anzahl der so noch zusätzlich verkauften Aktien wird am Donnerstag erwartet.

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