Öl-Pensionsfonds stößt Aktien aus ethischen Gründen ab
Nachhaltige Anlagen blühen auf

Künftig müssen nicht nur Pensionsfonds, sondern auch alle Pensionskassen von Betrieben sowie betriebliche Direktversicherungen ihren Versicherten einmal im Jahr offenlegen, ob und wie sie ökologische, soziale und ethische Kriterien bei der Kapitalanlage berücksichtigen.

Sie müssen die Verbraucher schon vor Vertragsabschluss über entsprechende Anlageziele informieren. Das bestimmt eine Ende August in Kraft getretene Änderung im Versicherungsaufsichtsgesetz.

Sie sei ein Meilenstein für nachhaltiges, sozial und ökologisch verantwortliches Investment in der betrieblichen Altersvorsorge, sagt Walter Kahlenborn, Geschäftsführer des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), einer Gruppe von 75 Ratingagenturen und Finanzinstituten. „Die Transparenzregelung wird den Markt stimulieren und Nachhaltigkeitsaspekte im Anlagemanagement fördern“. In Großbritannien und Frankreich habe eine ähnliche Berichtspflicht die Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten deutlich gesteigert, berichtet Frank Wettlauffer, Vorstand der Sarasin Wertpapierhandelsbank AG.

Die Gesetzesänderung stopfte auch Schlupflöcher: Es reicht nicht mehr, ins Kleingedruckte zu schreiben, keine nachhaltigen Kriterien zu verwenden. Derartige Verträge, geschätzte drei Millionen, haben nach Ansicht von Experten einen großen Nachteil: Die Vermögensverwalter können ihre Anlagestrategie nicht mehr ändern und nicht von gut rentierenden nachhaltigen Anlagen profitieren, selbst wenn sie wollten.

Die Berichtspflicht bringt keine wirtschaftlichen Nachteile, wie Erfahrungen in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Österreich zeigen. „Nachhaltige Kapitalanlagen nutzen Pensionskassen doppelt: Sie bieten hohe Renditen, wie Studien belegen, und sie fördern das positive Image der Kassen“, sagt Wettlauffer. Dies ist attraktiv, müssen sie das Geld der Versicherten doch zukunftsorientiert und langfristig gut anlegen. Kürzlich ermittelten die Ratingagentur Oekom Research und die TU München, dass Kapitalrendite und Gewinn pro Aktie nachhaltig wirtschaftender Konzerne 2001 bis 2003 um hohe zweistellige Raten besser abschnitten als die nicht-nachhaltiger Wettbewerber.

Altersversorger in Nachbarländern profitieren zunehmend davon: Getrieben durch Institutionelle wuchs der Markt nachhaltiger Kapitalanlagen 2004 in Großbritannien um 18 Prozent auf zehn Mrd. Euro und in Frankreich um 76 Prozent auf 7,6 Mrd. Euro. In Österreich haben vier der neun Branchenpensionskassen nachhaltige Anlagekriterien.

Für deutsche Altersversorger ge-winnt nun die richtige nachhaltige Anlagestrategie an Bedeutung. Die neuesten Trends können Investoren und Asset Manager vom 2. bis 4. November in Frankfurt auf der Triple Bottom Line Investing Conference (TBLI) erfahren – die weltweit größte Konferenz zum „Socially Responsible Investment“ findet erstmals in Deutschland statt.

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