Offene Immobilienfonds Ein Zeichen der Raffgier

Lobbyisten kämpfen um das Überleben einer Fondsgattung, die trotz aller Skandale bei Anlegern beliebt bleibt. In diesem Umfeld hebt ein Anbieter die Gebühren an. Es zeigt, wie raffgierig die Branche ist.
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Wohnhäuser in München. Quelle: dpa

Wohnhäuser in München.

(Foto: dpa)

FrankfurtWenn Thomas Richter, Chef vom deutschen Fondsverband BVI, heute in Berlin bei einer Anhörung im Bundesfinanzministerium für den Weiterbestand von Offenen Immobilienfonds kämpft, kriecht er für eine Fondskategorie zu Kreuze, die sich in den vergangenen Jahren nicht mit Ruhm bekleckert hat und deren Protagonisten auch jetzt noch, wo es ums Überleben geht, äußerst taktlos agieren.

Es mangelte nicht an Skandalen und fragwürdigen Praktiken bei den Immobilienfonds in den vergangenen zehn Jahren - eine kleine Auflistung: Ein Geschäftsführer der Immobilienfonds der Deka flog Mitte des vergangenen Jahrzehnts auf, weil er sich bestechen ließ. Fondsanbieter Degi hat bei einem Pleiteprojekt in Bremen („Spacepark“) viel Anlegergeld in den Sand gesetzt. Die Deutsche Bank setzt die Rücknahme von Fondsanteilen überraschend aus, weil Zweifel an der Bewertung von Immobilien aufgekommen waren, zog das aber auch schnell wieder zurück. Die überflüssige Aktion hat Anleger verunsichert. Es war das erste Mal, dass ein offener Immobilienfonds geschlossen wurde. Jüngere Fonds verkauften massiv Fondsanteile an Großanleger. Was gut für die eigenen Provisionen und Boni der Beteiligten war, wurde für alle Kleinanleger zum Problem, die nicht so schnell aus den Fonds geflüchtet sind wie die Großanleger. Für sie blieb kein Geld mehr übrig.

Den Fonds gelingt es nach der Finanzkrise nicht, wieder genug Geld aufzutreiben, um zu öffnen. Viele Fonds werden mit unsicherem Ausgang abgewickelt und verkaufen alle Immobilien. Dabei können die Fondsgesellschaften Schleuderpreise akzeptieren, nur um die Bestände loszuwerden.

Die Fondskurse schwanken derzeit stark, Mitteilungen, was eigentlich passiert, gibt es meist allenfalls verspätet von den Fondsgesellschaften. Die Abwicklung, das zeigt sich jetzt, ist kaum transparent geregelt und für Anleger bleibt das ungute Gefühl, dort werde viel geschachert.

Äußerst ungeschickt ist es, dass Anbieter Kanam noch in der Abwicklungsphase die eigenen Einnahmen erhöht, indem die Verwaltungsvergütung von 0,825 auf üppige 1,2 Prozent steigt. Dass ist äußerst raffgierig, denn Anleger können den Fonds nicht verkaufen, um der Abzocke zu entgehen.

Zwar haben die Kanam-Manager ihre Anleger bislang gut durch die Schließung und die Abwicklung gebracht, aber die Preiserhöhungen wirken weltfremd

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