Optionskennzahlen bieten Orientierung beim Kauf
Wie Anleger den richtigen Schein finden

Deutschland ist das Eldorado der Derivate. Für Anleger, die sich Tausenden von Optionsscheinen gegenübersehen, heißt das aber auch: Sie haben die Qual der Wahl. Allerdings gibt es Optionskennzahlen, die die Kaufentscheidung erleichtern.

FRANKFURT/M. Dazu gehören etwa die so genannten „Griechen“ Delta und Theta, die als dynamische Kennzahlen die Veränderung des Optionsscheinpreises in Abhängigkeit der Schwankungen der verschiedenen Preis-Einflussgrößen darstellen. „Sie sind viel aussagekräftiger als der oft zitierte Hebel, der eine statische Kennzahl ist“, sagt Florian Schopf von der Börse Stuttgart AG. Mit statischen Zahlen könne man nur sehr ähnliche Papiere und diese nur zeitpunktbezogen vergleichen. Anleger sollten also viel stärker auf die „griechischen“ Buchstaben schauen als auf den viel bekannteren Hebel.

Allerdings ist es trotzdem sinnvoll, sich klarzumachen, wie der Hebel funktioniert – nicht nur, weil die meisten Anleger beim Thema Optionsschein sofort daran denken, sondern weil er etwa mit dem Delta kombiniert werden kann. Der Hebel beschreibt die Chancen, mit geringem Einsatz hohe Gewinne zu erzielen; ein hoher Wert bedeutet allerdings auch ein hohes Verlustrisiko. Die Zahl wird errechnet, indem der aktuelle Preis des Basiswerts, etwa der Aktie, durch das Produkt aus Optionsprämie und Bezugsverhältnis geteilt wird. Der Hebel gibt an, um wie viel mal stärker die prozentuale Änderung der Optionsprämie ausfällt, wenn sich der Aktienkurs um ein Prozent verändert. Dabei beschreibt er das Verhältnis des Kapitaleinsatzes beim Schein zum Einsatz beim Aktienkauf.

Der Knackpunkt: Es wird unterstellt, dass sich im Zeitablauf nur der innere Wert ändert (Differenz zwischen Aktienkurs und dem festgelegten Basispreis des Scheins). Daher wird ein unveränderter Zeitwert vorausgesetzt. Der Optionsscheinpreis setzt sich ja aus den beiden Komponenten innerer Wert und Zeitwert zusammen; letzterer spiegelt die Chancen wider, dass der Schein während der Restlaufzeit im Wert steigt. Das Problem: In der Realität ist der Zeitwert nicht konstant. Die Kennzahl ist nur aussagekräftig, wenn der Anteil der Zeitprämie am gesamten Preis des Papiers niedrig ist. Das trifft etwa auf Optionsscheine zu, die sehr tief im Geld notieren. Bei Kaufoptionsscheinen (Calls) ist dies der Fall, wenn der Kurs weit über dem Basispreis notiert.

Die Kennzahl Delta berücksichtigt dagegen auch Kursveränderungen im Zeitablauf. Sie gibt die absolute Änderung des Optionskurses an, wenn der Aktienkurs um einen Euro steigt oder fällt. Das Delta wird von vielen Experten als die wichtigste Optionskennzahl eingestuft. So rät denn auch Dirk Heß, Optionsscheinexperte bei Goldman Sachs insbesondere Einsteigern, diese Kennzahl im Auge zu berücksichtigen.



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