Otte und Vorndran im Interview: „Der Dreck wird fleißig unter den Teppich gekehrt“

Otte und Vorndran im Interview
„Der Dreck wird fleißig unter den Teppich gekehrt“

Die Krise ist lange noch nicht ausgestanden. Die Probleme werden nur auf die Zukunft verlagert. Da sind sich Max Otte und Philipp Vorndran einig. Im Interview erklären die Geldexperten, warum sich viele Immobilienbesitzer wundern werden und warum man Aktien kaufen sollte - und welche ihre Favoriten sind.
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Herr Vorndran, Herr Otte, man hört immer öfter, die Euro-Krise sei überstanden. Was meinen Sie?

Vorndran: Die Politik und manche Vertreter der Notenbanken versuchen die Menschen in Sicherheit zu wiegen, wenn sie so etwas sagen - sicher auch um ihre Chancen bei den anstehenden Wahlen nicht zu gefährden. In Wahrheit ist die Krise aber noch lange nicht überstanden.

Otte: Die Hysterie, die ja auch völlig überzogen war, ist vorbei. Ich kann mir vorstellen, dass die Kapitalflucht erst einmal der Vergangenheit angehört. Aber die strukturellen Probleme sind natürlich nicht behoben worden.

Vorndran: Die Schulden wachsen in den meisten Ländern weiter, die Arbeitslosigkeit steigt ungebremst und die relative Wettbewerbsfähigkeit hat sich bislang nur unzureichend verschoben, all das deutet auf eine sehr lange Dauer des Strukturumbruchs hin. Es wird fleißig unter den Teppich gekehrt. Als gute Hausmänner wissen wir ja, dass das auf Dauer kein probates Mittel ist. Irgendwann ist so viel Dreck unter dem Teppich, dass er nicht mehr zu verbergen ist.

Otte: Das wird noch lange Zeit in Anspruch nehmen. Der Weg wird über Inflation im Norden und Depression im Süden führen.

Trotzdem geht es an den Märkten aufwärts.

Vorndran: Die Europäische Zentralbank hat sich verpflichtet, für die Finanzierung der Krisenstaaten zu sorgen. Im Moment hält der Markt das Versprechen für glaubwürdig.

Sie glauben das anscheinend auch – in den Fonds haben Sie spanische und italienische Anleihen.

Vorndran: Wir sind Investoren, die jeden Tag vor der Frage stehen, wo wir das Geld unserer Kunden anlegen. Manchmal müssen wir auch Positionen eingehen, bei denen wir uns aus unserer ökonomischen Weltanschauung ein anderes Vorgehen der Verantwortlichen erwünscht hätten. Dogmatismus ist hier ein schlechter Ratgeber, wir müssen jeden Tag aufs Neue versuchen für unsere Kunden mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis Geld zu verdienen.

Muss man ins Risiko gehen, um überhaupt noch Geld zu verdienen?

Otte: Eine risikolose Anlage gab es nie. Und die gibt es auch jetzt nicht.

Aber früher gab es noch gut verzinste Anleihen, die halbwegs sicher waren. Jetzt gibt es für eine zehnjährige Bundesanleihe gerade mal 1,6 Prozent.

Otte: Das kommt bei den Leuten erst langsam an. Sie merken, dass etwas nicht stimmt. Gleichzeitig sind sie unsicher, was sie machen sollen.

Vorndran: Der durchschnittliche deutsche Privatanleger schaut seinen Depotauszug an, sieht eine Bundesanleihe mit Laufzeit bis 2017, und sagt: Ich habe doch kein Problem: Bis 2017 bekomme ich noch einen Zins von 4,25 Prozent. Dass man damit allerdings nur noch eine Rendite von unter 0,5 Prozent erzielt und spätestens mit dem Fälligwerden der Anleihe ein Problem haben wird, verstehen viele gar nicht. Das wird komplett verdrängt.

Otte: Da fehlt es schlicht und einfach an Kenntnis.

Kommentare zu " Otte und Vorndran im Interview: „Der Dreck wird fleißig unter den Teppich gekehrt“"

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  • Otte und die Copfschmerzbank:

    "Ich habe sie gekauft, weil kein Mensch weiß, was in der Bilanz steckt! Vielleicht gibt es eine positive Überraschung. Aber bitte, Commerzbank-Aktien stellen für mich nur eine sehr kleine Beimischung dar".

    Mit diesem Spruch hat der gute Mann alles, aber auch wirklich alles verspielt was er zuvor an Reputation bei mir genossen hat.


    Aber natürlich ist er ja im Plus und es ist ja auch nur eine kleine Beimischung...

    Was für ein Schwätzer!


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @Siggi40

    "Herr vergib ihm, denn er weiß nicht von was er da schreibt."

    Sie reden hier schon von sich selbst oder?

    "...bzw. meine Ausführungen dann bestätigen."

    Labern Sie im realen Leben ihre Mitmenschen auch wie ein Wasserfall zu und fordern sie dann auf zuzustimmen?

    Seit Jahren spammen Sie nun schon das HB Forum mit ihren Mickey Maus Texten zu, die sich oft einander ähneln und noch öfter mit dem Thema kaum etwas zu tun haben. Meist kopieren sie ihren selbsterhabenen Dünnschiss auch noch aus ihrem perversen Blog.

    Und was ihren Blog angeht: Wie krank muss ein Mensch um soviel Zeit für solchen hasserfüllten Nonsens zu verschwenden? Ganz im ernst, sie müssen psychische Probleme haben um sich so in ein Feinbild (die bösen Ostdeutschen) hineinzusteigern und nein ich bin sogar kein Ossi. Da würde mich schon mal interessieren wieviel Annerkennung man da so für seine "Wohltaten" bekommt außer von sich selbst.

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