Pennystock-Fall
Ist ein 26-Jähriger der ominöse Werber?

Leerverkäufer und Aktienwerber zerbrechen sich seit Jahren den Kopf: Wer steckt hinter einer der größten Pennystock-Seiten im Internet. Der Schuldige scheint gefasst zu sein – ein 26-Jähriger aus Montreal.
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FrankfurtEr soll für eine Kohlefirma Werbung gemacht haben und gleichzeitig seine eigenen Aktien an dem Unternehmen über Bord geworfen haben. John Babikian wird verdächtigt, der Nutzer einer E-Mail-Liste mit dem Namen „AwesomePennyStocks“ zu sein. Die US-Finanzmarktaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) klagte letzte Woche gegen den 26-Jährigen aus Montreal.

Mitteilungen zu dieser Firma und 38 weiteren, die über fünf Jahre hinweg verschickt wurden, trugen zu einem scharfen Anstieg bei den betroffenen Aktienkursen bei. Der Wert der insgesamt 39 Titel schnellte um mehr als drei Milliarden Dollar in der Zeit nach oben, in der sie von „AwesomePennyStocks“ beworben wurden. Das geht aus Daten von Bloomberg News hervor. Die meisten dieser Aktien werden heute zum Stückpreis von weniger als einen Cent gehandelt. Die SEC wirft Babikian vor, den Wert eines dieser Titel aufgeblasen zu haben.

„Das ist der größte Fall, von dem ich gehört habe.“

In einem weiteren Fall explodierte die Bewertung einer Vertriebsfirma für verschreibungspflichtige Medikamente, die von „AwesomePennyStocks“ beworben wurde, um mehr als 700 Millionen Dollar innerhalb von zwei Monaten. Als keine Mitteilungen zur Firma mehr verschickt wurden, kollabierte die Aktie. „Verglichen zu dem, was ich bisher gesehen habe, ist das groß”, sagte Tom Sporkin, der einst für die SEC tätig war. Bloomberg News gewährte ihm Einblick in die Daten. „Das ist der größte Fall, von dem ich gehört habe.”

Der SEC zufolge hat Babikian im Jahr 2012 Kanada verlassen, nachdem Vorwürfe der Steuerhinterziehung aufkamen. Wo er sich heute befinde, ist nicht bekannt. Babikian besaß einen Bugatti Veyron, der mehr als eine Million Dollar kostet, sowie einen Bentley und einen Lamborghini. Das zeigen Dokumente der kanadischen Steuerbehörden. Ihnen zufolge hat er eine Steuerschuld von 4,6 Millionen Kanada-Dollar.

Zwar ist es legal, Aktien zu bewerben. Die größten Banken an der Wall Street beispielsweise senden jeden Tag Kommentare von Analysten aus mit Ratschlägen dazu, welche Titel gekauft werden sollten oder nicht. Doch das US-Wertpapierrecht verbietet eine Manipulation des Marktes.

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„AwesomePennyStocks“ ist Geschichte

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