Plädoyer für Papiere mit schlechtem Rating
Attraktive Anlagen jenseits des Mainstream

Renten und Rating - diese Begriffe gehören heute zusammen wie Hausse und Baisse. Die besten Anlageergebnisse brachten zuletzt jedoch ausgerechnet die Papiere mit dem schlechtesten oder gar keinem Rating.

Wer im November letzten Jahres die Anleihe der Deutschen Nickelwerke gekauft hat, kann sich jetzt über fast 50 Prozent Gewinn freuen. Wer sein Geld dem schwindsüchtigen Maschinenbau- Multi ABB anvertraute, hat sein Geld binnen Jahresfrist rundwegs verdoppelt und obendrein noch mehr als zehn Prozent laufende Rendite erwirtschaftet. Als Ende September der französische Elektroriese Alstom übers Wochenende vor dem finanziellen Aus stand, brach der Kurs der 5-%-Anleihe 99/06 keineswegs dramatisch ein: Er fiel von 90 auf 80 %. Mit 85 % ist das Papier immer noch über die Hälfte mehr wert als im März diesen Jahres; da kauften besonders Mutige für 53 %.

Allen drei Papieren ist eines gemein. Sie verfügen über kein oder allenfalls über ein schlechtes Rating. Nach offizieller Lesart handelt es sich also um finanziellen Schrott; um Papiere von Unternehmen, denen die allseits hoch geschätzten Rating-Gutachter Schwierigkeiten bei der Rückzahlung des Geldes voraussagen. Die kritische Einschätzung durch die Agenturen Moody's oder Standard & Poor's kann nicht verwundern. Beide haben schließlich nicht auf die Großpleiten der amerikanischen Konzerne Enron und Worldcom hingewiesen. Sie haben auch Monate später nicht Alarm geschlagen, als der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold durch Bilanzmanipulationen in eine Vertrauenskrise geriet und seine Papiere in den Kurskeller sackten.

Nun setzen die Agenturen alles daran, den Vertrauensverlust wieder wettzumachen. "Sie urteilen überscharf", sagen Kritiker. Standard & Poor's prophezeit beispielsweise dem weltweit angesehenen Stahlkonzern Thyssen-Krupp, er werde Schwierigkeiten bekommen, er werde seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen können.

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