Portugal Telecom und Vivendi Universal müssen Emissionen nachbessern – Kurse der europäischen Staatsanleihen fallen
Anleger verlangen mehr Rendite bei neuen Bonds

Unternehmensanleihen standen auch gestern noch unter dem Schock von General Motors (GM). Der Konzern hatte am Vortag eine Gewinnwarnung herausgegeben und wurde daraufhin von den Ratingagenturen abgestraft. Bei Standard & Poor’s und Fitch steht GM jetzt mit dem Rating „BBB-“ und einem negativen Ausblick auf der Schwelle zu einer Herabstufung in den Junk-Bond-Bereich.

HB DÜSSELDORF. Die Renditen von GM-Bonds schnellten in den vergangen beiden Tagen um mehr als zwei Prozentpunkte hoch, vor allem bei kurzen Laufzeiten. 2006 fällige Papiere rentierten gestern mit 5,60 Prozent. Auch die Kurse anderer Unternehmensbonds sanken, und die Renditen stiegen.

Darunter litten die Unternehmen, die neue Bonds platzieren wollen. Vivendi revidierte die Preisspanne, die das Unternehmen bei der Emission seiner fünfjährigen Anleihe über 630 Mill. Euro anvisiert. Statt eines Renditeaufschlag (Spread) von 0,45 Prozentpunkten bietet der Bond 0,55 Prozentpunkte Aufschlag über den gleichlaufenden Mid-Swap-Sätzen. Dieser Interbankzinssatz zum Tausch fester gegen variable Zinsen lag gestern bei 3,206 Prozent.

Portugal Telecom wollte ursprünglich unter Federführung von Merrill Lynch und Morgan Stanley eine Benchmark-Anleihe in drei Tranchen auf den Markt bringen. Auf die Emission der Tranche mit 20-jähriger Laufzeit verzichtete das Unternehmen ganz, die anvisierte Preisspanne der sieben- und zwölfjährigen Tranche erhöhte es. Die endgültigen Preise lagen dennoch am oberen Ende der revidierten Preisspanne. Der Spread der siebenjährigen Tranche betrug 0,37 Prozentpunkte über dem entsprechenden Swap-Satz, der gestern bei 3,475 Prozent lag, verlautete aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen. Ursprünglich hätte der Renditeaufschlag etwa 0,25 Prozentpunkte betragen sollen. Die zwölfjährige Tranche wurde mit einem Aufschlag von 0,50 Prozentpunkten – statt zwischen 0,35 und 0,39 Prozent – über Swap-Satz gepreist, dieser betrug 3,899 Prozent. Die Transaktion belief sich auf 1,25 Mrd. Euro. Das Orderbuch habe zum Zeitpunkt seiner Schließung 1,6 Mrd. Euro beinhaltet, hieß es.

Auch die erste Platzierung eines Pfandbriefs aus Italien lief nicht rund. Das lag Bankern zufolge aber weniger am Marktumfeld als an einer von vornherein zu engen Preisspanne. Dabei hatten Investoren die Emission von Cassa Depositi e Prestiti (CDP) mit Spannung erwartet. Die zum großen Teil staatseigene Finanzinstitution, die sich auf die Finanzierung des öffentlichen Sektors spezialisiert hat, wollte ursprünglich ein dem deutschen Pfandbrief ähnliches fünfjähriges Papier über zwei Mrd. Euro begeben. Die Emission wurde aber nur eine Mrd. Euro schwer. Zudem mussten die Konsortialführer ABN Amro, Deutsche Bank und Lehman Brothers den Risikoaufschlag auf 0,01 Prozentpunkt über dem fünfjährigen Swap-Satz erhöhen. Zunächst hatten sie eine Rendite in exakter Höhe des Swap-Satzes angekündigt.

Die Kurse der europäischen Staatsbonds fielen gestern wieder, nachdem sie am Vortag von dem Aufwärtstrend an den US-Rentenmärkten profitiert hatten. Bis zum Handelsende fiel der Bund-Future um 0,14 Prozentpunkte auf 118,02 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen legte leicht zu auf 3,68 Prozent, Die Kurse an den US-Märkten stiegen weiter. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries, die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelt, verlor 0,04 Prozentpunkte auf 4,46 Prozent.

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