Preis für das Edelmetall steigt zurzeit
Gold als Anlage-Alternative

Der Goldpreis steigt weiter. Worauf Anleger beim Kauf und Verkauf von Barren und Münzen achten sollten.

Völlig aufgelöst mit einer Tasche voller Bargeld saß das Ehepaar aus Ulm vor Robert Hartmann. Die Schwaben, beide Anfang 50, wollten nur noch eines: Gold, in Barren und Münzen. "Eine Stunde habe ich gebraucht, um die Leute zu beruhigen", erzählt der Geschäftsführer des Münchner Edelmetallhändlers Pro Aurum. Das Ehepaar war fest davon überzeugt, dass morgen das Weltfinanzsystem zusammenbricht und sich ihr Vermögen in Luft auflöst. "Die hatten echte Panik", erinnert sich Hartmann.

Der kuriose Auftritt des schwäbischen Ehepaares war selbst für den Goldprofi eine neue Erfahrung. Dennoch spürt Hartmann bei seinen Kunden ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis: "Unsere Kunden kaufen Gold aus Sorge vor einer Versorgungslücke im Alter." Mit Barren und Münzen schützen sich Anleger vor Kaufkraftverlusten und vor Zahlungsausfällen von Schuldnern.

Die Notfallreserve

Seit 2001 steigt der Goldpreis. "Leider machen die Deutschen an den entscheidenden Wendepunkten immer genau das Falsche", sagt Pro-Aurum-Chef Hartmann. Oben wird euphorisch gekauft, unten frustriert verkauft. 85 Prozent der Pro-Aurum-Kundschaft von heute sind Käufer. Doch auch sie gehören noch einer Minderheit an. Gerade 0,6 Prozent ihres liquiden Vermögens haben die Deutschen in Gold angelegt. Dabei empfehlen seriöse Anlagestrategen einen Goldanteil um die fünf Prozent. Sie sehen physisches Gold als eigene Anlageklasse. Anleger zahlen für einen Kilobarren im Schnitt zwei Prozent Aufschlag auf den reinen Goldwert - Immobilienfonds sind teurer.

Investment in Münzen oder Barren

Doch wie sollen Anleger ihren Goldschatz zusammenstellen? Martin Siegel, Berater des Goldminenfonds PEH-Q-Goldmines und selbst im An- und Verkauf von Edelmetallen aktiv, hält eine Aufteilung je zur Hälfte in gängige Ein-Unzen-Münzen wie dem Krügerrand und in Kilobarren für sinnvoll. Beide Goldprodukte notieren nahe am Goldpreis. Kilobarren bieten sich als Grundstock an, die kleiner gestückelten Münzen lassen sich im Bedarfsfall besser versilbern.

Auch beim Goldkauf lohnt der Preisvergleich. Mitunter klaffen erhebliche Differenzen zwischen den Konditionen. "Selbst die Konditionen in unterschiedlichen Filialen eines Instituts weichen manchmal stark voneinander ab", hört Siegel von Kunden. Die Banken ziehen sich immer mehr aus dem Goldgeschäft mit Privatkunden zurück - zu viel Aufwand. Oft müssen Goldanleger Kunde des Instituts sein, um am Schalter Gold kaufen zu können.

Über Handelshäuser oder Ebay

In diese Lücke sind kleinere Händler wie Siegel oder Björn Ströter aus Hohnhorst gestoßen. An der Spitze des wachsenden Nischenmarkts steht Pro Aurum. Hartmann gründete das heute größte unabhängige Edelmetallhandelshaus Deutschlands 2003 zusammen mit einem Partner. Pro Aurum peilt 2005 rund 50 Millionen Euro Umsatz an, im Mai eröffnete das Handelshaus einen Ableger in Berlin. Goldanleger können bei Pro Aurum seit April auch per Mausklick unter www.12gold-online.de Barren und Münzen ordern. Ab einer Kaufsumme von 5000 Euro bekommen Anleger das Gold per Werttransport frei Haus.

Auch Ebay können Anleger für Goldgeschäfte nutzen. So ist Goldinsider Siegel noch kein Fall von Betrügerei auf dem Onlinemarktplatz zu Ohren gekommen. Pro-Aurum-Chef Hartmann geht davon aus, dass 98 Prozent des Ebay-Goldhandels sauber abläuft. Dennoch sollten gerade Goldkäufer bedenken, dass sie über Ebay die Katze im Sack kaufen. Für Verkäufer sieht es besser aus - das gilt aber nur für den Verkauf von Einzelstücken. Der Verkauf größerer Mengen ist zu aufwendig. Zumal Ebay bei den Verkaufsgebühren kräftig zulangt. Rund 15 Euro werden etwa beim Verkauf einer Unze Krügerrand abgebucht.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 34 vom 18.08.2005 Seite 084

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