Preisverleihung des Planspiels Börse 2004 in Berlin: Schüler schlagen Profis bei Geldanlage

Preisverleihung des Planspiels Börse 2004 in Berlin
Schüler schlagen Profis bei Geldanlage

Nicht mit Hexerei, sondern mit einer durchdachten Anlagepolitik haben die „Witches“ als bundesweit bestes Team des Planspiels Börse den Deutschen Aktienindex (Dax) um Längen geschlagen. Das vierköpfige Team junger Frauen steigerte den Wert seines Depots in zehn Wochen um rund 30 Prozent – ein Ergebnis, um das sie von vielen Profis beneidet hätten.

HB BERLIN. Für das herausragende Ergebnis bei der 22. Runde des Börsenspielklassikers vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wurde die Gruppe am Freitag auf einer Feier an der Berliner Börse ausgezeichnet.

Insgesamt haben rund eine Viertel Million Schülerinnen und Schüler an dem zehnwöchigen Spiel Ende 2004 teilgenommen. Sie versuchten, aus einem fiktiven Startkapital von 50 000 Euro durch Kapitalmarkttransaktionen das Beste zu machen. Dabei konnten sie aus 150 Wertpapiere wählen, die an den Börsen in Frankfurt, London, Madrid Mailand, Paris und Wien gehandelt werden.

Trotz der guten Leistung der „Witches“ zeigte sich, dass es immer schwieriger wird, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Während 2001 und 2002 die Gewinner den Wert ihrer Depots noch um 238 bzw. 173 Prozent steigerten, betrug der Zuwachs in den vergangenen beiden Jahren jeweils rund 30 Prozent.

Die steigende Zahl von Teilnehmern zeigt jedoch das höhere Bewusstsein, sich mit seinem Vermögen schon in jungen Jahren beschäftigen zu müssen. Wie das Vermögensbarometer der Sparkassen-Finanzgruppe herausgefunden hat, machen sich junge Menschen in Deutschland im Schnitt mit 22 Jahren das erste Mal Gedanken über die finanzielle Zukunft. „Kinder werden heute bereits im Alter von etwa 10,5 Jahren an den verantwortungsvollen Umgang mit Geld herangeführt“, sagte Christoph Schulz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV bei der Siegerehrung. Das Planspiel Börse fördere dieses Interesse durch eine spielerische Annäherung und vermittele Grundwissen über wirtschaftliche Zusammenhänge, das später bei der Vermögensbildung nötig sei.

Die Siegergruppe „Witches“ der kaufmännischen Schule Offenburg (Betreuer: Sparkasse Offenburg/Ortenau) hat für später beste Voraussetzung. Sie erreichte einen Depotwert von 65 381,04 Euro. Als Belohnung fährt das Team zur europäischen Siegerehrung des Planspiels Börse nach Madrid und trifft dort auf die nationalen Siegerteams aus Frankreich, Italien, Lettland, Luxemburg, Spanien und Österreich. Platz zwei erreichte die Gruppe „Phange“ der Goetheschule Neu-Isenburg mit einem Depotwert von 63 648,13 Euro, betreut durch die Sparkasse Langen-Seligstadt, Dritter wurden die „Rofl-Daxe“ des bischöflichen Pius-Gymnasium Aachen (63 142,23 Euro, Sparkasse Aachen).

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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