Preiswerte Aktien
Dax-Konzerne sind günstig wie selten

Dank hoher Gewinne und schleppender Kursentwicklungen sind die Börsenwerte einiger Dax-Unternehmen im Verhältnis zum Index heute deutlich preiswerter als in den vergangenen Jahren. Den Anlegern winken hohe Renditen.
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DüsseldorfWaren die Aktien im Hochsommer, als der Dax bei 7500 Punkten stand, überbewertet und kurz darauf im Spätsommer, als der Dax auf 5000 Punkte fiel, unterbewertet? Auf den ersten Blick drängt sich dieser Verdacht auf. Einerseits hat es unser wichtigstes Börsenbarometer nach mehreren vielversprechenden Anläufen nicht geschafft, über 7500 Punkte zu springen. Andererseits fiel der Dax nicht einmal inmitten der düstersten Schulden- und Pleiteszenarien nachhaltig unter die Marke von 5000 Punkten.

Anders ausgedrückt: Als alle 30 Dax-Unternehmen im Hochsommer zusammen genommen 850 Milliarden Euro an der Börse kosteten, war dies Anlegern offenbar zu teuer. Sie verkauften. Als die Firmen hingegen bei 5000 Punkten nur noch 568 Milliarden Euro wert waren, hielten die Anleger Deutschlands Großkonzerne für günstig. Sie kauften trotz aller Rezessions- und Banken-Untergangsszenarien.

Jetzt bei knapp 6000 Punkten, also zwischen diesen Extremen, scheint der Dax vielen angemessen bewertet. Doch ist der Dax tatsächlich mit 7500 Punkten teuer, mit 5000 Punkten billig und irgendwo dazwischen normal bewertet?

Nein. Auf dem derzeitigen Niveau präsentieren sich Deutschlands Aktien preiswert – und das waren sie auch bei 7500 Punkten. Das gilt zumindest dann, wenn jahrhundertealte Finanzmarktregeln noch gelten. Dann nämlich, wenn man Aktien als Anteilsscheine von real existierenden Unternehmen begreift und diese in Relation zu ihren Nettogewinnen und ihrem bilanziell ausgewiesenen Eigenkapital setzt. Das sind zwei ganz wichtige Kennzahlen, um teure von preiswerten Aktien zu unterscheiden.

Konkret bedeutet das: Gemessen an den Nettogewinnen kosten die 30 Dax-Konzerne von Adidas bis Volkswagen derzeit im Durchschnitt neuneinhalbmal so viel, wie sie auf Basis des laufenden Geschäftsjahrs verdienen. Ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt 9,5.

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