Privatanleger-Derivate
Struktur ist stark gefragt

Die Privatanleger-Derivate setzen ihren Siegeszug von Europa in die USA fort. In einer aktuellen Studie über den weltweiten Markt für strukturierte Finanzprodukte stellen die Experten von BNP Paribas ein jährliches Wachstum von 30 Prozent in Aussicht.

FRANKFURT. Auf Privatanleger zugeschnittene strukturierte Finanzprodukte sind keine Mode-Erscheinung. Im Gegenteil: Der Markt dürfte sich neben den existierenden Finanzprodukten weltweit immer stärker etablieren. In einer aktuellen Studie über den weltweiten Markt für strukturierte Finanzprodukte stellen die Experten von BNP Paribas ein jährliches Wachstum von 30 Prozent in Aussicht.

Unter dem Begriff der strukturierten Produkte werden unter anderem Zertifikate, spezielle Optionskombinationen, Trackers, Aktienanleihen und Reverse Convertibles zusammengefasst. Auch die USA und die aufstrebenden Fernostmärkte tummeln sich immer stärker in diesem Markt, der bislang noch von Europäern dominiert wird (siehe „Strukturierte Produkte“).

Im vergangenen Jahr ist das Segment nach Berechnungen von BNP weltweit um 15 Prozent auf ein Volumen von jetzt 230 Mrd. Euro gewachsen. Der Markt sei selbst in Europa, wo er bereits seit Jahren fest etabliert ist, nach wie vor ausgesprochen dynamisch, heißt es in der Studie. In den USA, im Nahen Osten, in China und in den aufstrebenden Ländern Osteuropas dürfte der Markt in den kommenden Jahren in neue Dimensionen wachsen, so die Prognose.

Ein Blick auf die europäische Landkarte zeigt allerdings nicht für alle Märkte entsprechende Zuwachsraten. In Großbritannien setzte sich der seit 2001 bestehende Schrumpfungsprozess im Jahr 2005 fort. Die dynamischste Entwicklung wies der deutsche Markt auf. Dies war vor allem auf das hohe Emissionsvolumen bei strukturierten Zertifikaten zurückzuführen. Deutschland ist nach Italien (25 Mrd. Euro) zweitgrößter Markt weltweit. Das Marktvolumen wuchs hier im vergangenen Jahr von 10 auf 22 Mrd. Euro.

Und der Abstand zur Spitze schmilzt. In den ersten Monaten des Jahres kam es in Italien wegen neuer Prospekt-Richtlinien zu einer geringeren Emissionstätigkeit, während Deutschland ebenso wie Belgien, die Niederlande und Großbritannien ein anhaltend starkes Wachstum verzeichnete.

In der jüngsten Vergangenheit habe sich das Interesse der Anleger auf Produkte fokussiert, die Anlageklassen mit einer interessanten Wertentwicklung abdecken. „Rohstoffe waren eindeutig erste Wahl bei den Anlegern“, heißt es in der Studie. Darüber hinaus waren Produkte auf Immobilien, Strom, CO2-Emissionsrechte und auf Schwellenländer stark gefragt.

Mit Blick auf die Zukunft dieses Marktes gehen die Experten von BNP Paribas davon aus, dass das Interesse der Anleger an solchen strukturierten Produkten zunehmen wird, mit denen sie in einem einzigen Instrument von divergierenden Wertentwicklungen einzelner Anlageklassen profitieren können. Obwohl die Anleger für die nahe Zukunft weiter auf einen positiven Kurs- und Preistrends bei Aktien und Energie-Rohstoffen setzen, werde eine Umkehr des positiven Trends nicht ausgeschlossen. Daher sei die Nachfrage nach kapitalgarantierten Produkten sehr stark.

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