Private und professionelle Investoren setzen verstärkt auf Schwellenmärkte
US-Anleger drängen ins Ausland

In jüngster Zeit kehren immer mehr Amerikaner ihrem eigenen Markt den Rücken. Das belegen Daten des Researchhauses AMG. Danach investierten US-Anleger vorige Woche insgesamt 1,16 Mrd. Dollar in Aktienfonds, die in den USA registriert sind.

NEW YORK. Traditionell bleiben US-Investoren ihrer Heimat treu. Große US-Pensionsfonds legen ihre Milliarden weitgehend innerhalb des Landes an. Und auch der typische US-Privatanleger wagt sich nur selten über die Landesgrenzen hinaus.

Doch in jüngster Zeit kehren immer mehr Amerikaner ihrem eigenen Markt den Rücken. Das belegen Daten des Researchhauses AMG. Danach investierten US-Anleger vorige Woche insgesamt 1,16 Mrd. Dollar in Aktienfonds, die in den USA registriert sind. Fast drei Viertel dieser Zuflüsse entfielen jedoch auf Fonds mit Anlageschwerpunkt auf internationalen Aktien.

„US-fremde Fonds sind derzeit die klaren Favoriten“, schreibt Analystin Sarah Franks von der New Yorker Investmentbank Merrill Lynch in einer aktuellen Studie. Hauptprofiteure des neuen Trends sind so genannte Schwellenmärkte, also weniger entwickelte Länder wie Ägypten, Malaysia und die Türkei. In Amerika zugelassene Aktienfonds mit Schwellenländer-Fokus sammelten in den vergangenen vier Wochen 1,7 Mrd. Dollar ein. Das waren die höchsten Zuflüsse seit Januar 1994.

Die Börsenindizes von Schwellenländern dürften von den Mittelzuflüssen profitieren, sagt Russ Koesterich, US-Chefstratege von State Street. Die Erfahrung zeigt, dass Geldflüsse die Kursentwicklung in den folgenden ein bis sechs Monaten beeinflussen. State Street, die weltgrößte Depotbank, hat kürzlich Umschichtungen in ihren Depots ausgewertet. Danach verlagerten die institutionellen Kunden besonders hohe Summen in irische Aktien, gefolgt von Ägypten. Auf den Plätzen vier und sechs folgen Malaysia und Singapur, während die USA erst auf Platz 28 der 50 Länder langen Liste auftauchen.

Was zieht Amerikas private und professionelle Investoren in die Fer-ne? Merrill-Lynch-Analystin Franks verweist auf den Abwärtstrend des Dollars. Wer einen weiteren Rück-gang der US-Devise erwartet, kann durch ein Investment außerhalb des Dollar-Raums davon profitieren.

State-Street-Experte Koesterich registriert außerdem eine höhere Risikobereitschaft, die US-Anleger aus heimatlichen Gefilden vertreibt. „Investoren wagen derzeit etwas mehr, und sie verlagern daher Gelder in aufstrebende Märkte, deren Börsen gewöhnlich stärker schwanken“, sagt er.

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