Privatkunden werden anspruchsvoller
Stuttgarter Anlegermesse Invest setzt auf Rohstoffe

Die größte deutsche Anlegermesse Invest vom 16. bis 18 März setzt einen neuen Schwerpunkt. Erstmals werden sich rund 60 Aussteller dem Thema Rohstoffe widmen.

HB STUTTGART. Rohstoffe seien bei den Privatanlegern angekommen, sagte Önder Ciftci, Rohstoffspezialist bei ABN Amro. Das Thema sei längst aus der Nische für Spezialisten herausgewachsen. Die Materie sei zwar sehr komplex und verlange viel Aufklärungsarbeit gerade für Privatkunden, aber die Experten seien sich einig, dass die Bedeutung von Rohstoffen auf der Welt immer weiter zunehmen werde. Das zeige nicht zuletzt die derzeitige weltweite Diskussion über die Ressourcen.

„Die Stimmung kann trotz der jüngsten Rückschläge am Kapitalmarkt kaum besser sein“, sagte Messechef Ulrich Kromer. 163 Aussteller bedeuten ein Plus von 15 Prozent. Die Stuttgarter Messe dürfte damit ihre Führungsposition vor der Düsseldorfer Konkurrenzveranstaltung IAM Internationale Anlegermesse weiter ausbauen. Die Messe habe noch weiteres Potenzial, wenn sie im nächsten Jahr erstmals auf dem neuen Messegelände direkt am Stuttgarter Flughafen stattfinden wird. „Wartelisten werden dann der Vergangenheit angehören“, sagte Kromer.

Eine deutliche und nachhaltige Änderung des Anlegerverhaltens hat der Chef der Börse Stuttgart, Christoph Mura, ausgemacht: „Die Anleger gehen von direkten Aktienanlagen über zu indirekte Anlagen in Zertifikate und Fonds“. Dieser Trend werde sich fortsetzen.

Etwas besorgt zeigt sich der Börsenchef über die Skepsis der Anleger. Auch seien die Wunden der letzten Baisse noch nicht verheilt. Laut deutschem Aktieninstitut haben sich im vergangenen Jahr 900 000 deutsche Anleger Aktien oder Fonds den Rücken gekehrt. Die Zahl der reinen Aktien-Anleger sank um über zehn Prozent auf 4,3 Mill. in Deutschland. Das seien zwei Millionen weniger verglichen mit dem Boomjahr 2000.

Den jüngsten Rückschlag an den Börsen verglich Mura mit einem ähnlichen Einbruch im Mai vergangenen Jahres. Gerade in solchen Situationen und bei drohender Überhitzung der Märkte müssten sich Anleger gut informieren.

Mit dem Schwerpunkt auf Rohstoffe soll den Horizont der Anleger erweitert werden. „Die heutigen Kunden sind nicht mehr mit den Kunden aus dem Jahr 2000 vergleichbar“, betonte Mura. Die Anleger seien anspruchsvoller geworden. Gerade für die Stuttgarter Börse mit ihrer Spezialisierung auf Derivate und Zertifikate sei das eine Chance. Die Deutsche Bank geht in diesem Jahr von einem Schub des Anlagevolumens bei verbrieften Derivaten um rund 30 Prozent aus .

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