Profi-Anlageempfehlung: Absolute Return ist mehr Schein als Sein

Profi-Anlageempfehlung
Absolute Return ist mehr Schein als Sein

Sie sollen unabhängig von der Entwicklung an den Märkten Rendite abwerfen, doch wie zuverlässig sind „Absolute Return“-Konzepte wirklich? In der Profi-Anlageempfehlung prüft Chris-Oliver Schickentanz, Leiter Investmentstrategie der Commerzbank, die Produkte auf Herz und Nieren. Fazit: Nur wenige Fonds halten das, was sie versprechen.
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HB FRANKFURT. Befragt man Privatanleger nach ihren Vorstellungen, erhält man meist eine einfache Antwort. Gewünscht ist eine Anlage, die unabhängig von der Entwicklung an den Märkten eine ordentliche absolute Rendite abwirft. Die Fondsindustrie hat dafür eine eigene Produktlinie kreiert: sogenannte „Absolute Return“-Konzepte. Sie verspricht eine stetige absolute Wertentwicklung weitgehend unabhängig vom Markt. Doch Vorsicht! Ein kritischer Blick auf die Performance der entsprechenden Konzepte zeigt: Versprochen wird viel, gehalten in den meisten Fällen nur wenig. Dementsprechend ist – wie so oft in der Geldanlage – eine sorgfältige Auswahl das A und O.

Die Commerzbank hat 2 600 „Absolute Return“-Fonds näher untersucht. Die Mindestanforderungen lauteten: Das Fondsvolumen muss ausreichend groß sein, der Fonds muss seit mindestens 24 Monaten bestehen – und er muss in mindestens 70 Prozent der Fälle eine positive Monatsrendite erzielen. Nur rund ein Dutzend Fonds erfüllten diese Kriterien. Diese Produkte wurden dann einer detaillierten qualitativen Analyse unterzogen, bei der etwa das Risikomanagement und die Fondsverwaltung genauer unter die Lupe genommen wurde. Zusätzlich wurden auch neue erfolgversprechende Produkte eingehend untersucht.

Unsere Prüfung haben letztlich nur drei sehr unterschiedliche Konzepte bestanden: Der Pimco Unconstrained Bond Fund investiert ohne Benchmarkorientierung weltweit in die Anleihemärkte. Dabei profitiert er von der langjährigen Erfahrung des Analystenteams. Das Besondere: Der Unconstrained kann durch moderate Leerverkäufe und Swapgeschäfte eine sogenannte negative Zinssensitivität aufbauen. Während klassische Rentenanlagen in Zeiten steigender Renditen Kursverluste hinnehmen müssen, ist es so möglich, auch diese Marktphasen mit Gewinnen abzuschließen.

Gänzlich anders ist das Konzept des Amundi Volatility Euro Equities. Er nutzt die Schwankungsbreite der europäischen Aktienmärkte aus. Empirisch lässt sich gut zeigen, dass sich die Schwankungsintensität von Aktien um einen Mittelwert bewegt. Fällt sie deutlich höher aus, „verkauft“ der Fonds Volatilität und setzt auf eine Normalisierung. Ist sie dagegen deutlich niedriger als gewöhnlich, setzt er auf steigende Schwankungen. Er „kauft“ Volatilität in Form hochliquider Optionen oder Futures. In der Summe aller Positionen versucht der Fonds keine beziehungsweise nur eine geringe Marktabhängigkeit zu besitzen. Damit ist es für den Fondserfolg unerheblich, ob die Märkte steigen oder fallen.

Der HSBC Global Macro Funds macht sich wiederum die weltweit zunehmenden Wachstumsdivergenzen zunutze. Er investiert die Hälfte seines Fondsvermögens auf Basis eines quantitativen Entscheidungsmodells, die andere Hälfte auf Basis qualitativer Analysen. Dabei nutzt er den gesamten Instrumentenkasten, den die Kapitalmärkte bieten.

So gut die entsprechenden Konzepte in unserer Prüfung auch abgeschnitten haben – eines sollten Anleger nicht vergessen: Wunder können auch diese Produkte nicht vollbringen.

Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Es ist keine Empfehlung der Redaktion.

Kommentare zu " Profi-Anlageempfehlung: Absolute Return ist mehr Schein als Sein"

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  • "Absolute Return": was für ein Sondermüll. Um dies zu erkennen muß man nur den Artikel aufmerksam lesen. "Die Commerzbank hat 2600 Absolute Return-Fonds näher untersucht. ... Unsere Prüfungen haben letztlich nur drei sehr unterschiedliche Konzepte bestanden." Doch immerhin 3 von 2600. Um auf dieses Pferd zu setzen muß man schon völlig ahnungslos sein.

  • @für ein return sind wir in zukunft gefeit.was besteht ist ein risieger geldbedarf in den nächsten jahren egal wie un d was den letzten vor augen führt die Party ist schon lange vorbei,die orgie des spekulativen Neuer Markt,old ökonomie,geschweige Währung die ist so inflationär das eine Währungsreform unausbleiblich ist.Mit zeitverzug ist diese misere nun bis unten durchgeschlagen,was verwundert das immer noch elementarregeln der ökonomie nicht eingehalten werden,mit anderen worten den banken ist der Staat vollkommen egal,ergo landen breite schichten der bevölkerung dort wo sie mit sicherheit nicht hinwollten.Es war abzusehen und der mensch kann schöpferisch tätig sein in nach oben genauso wie nach unten.das wird nun viele jahre unsere richtung sein.

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