Profi-Anlageempfehlung: Alternative Anlagen weiterhin unverzichtbar

Profi-Anlageempfehlung
Alternative Anlagen weiterhin unverzichtbar

Die Zeit der außergewöhnlichen Muster scheint vorbei: Während in der vergangenen Dekade der langfristig investierende Aktienanleger deutlich schlechter abschloss als der konservative Käufer von Staatsanleihen, könnten nun festverzinsliche Wertpapiere renditemäßig unattraktiv werden. Warum alternative Anlagen notwendig sind.
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HB. Während historisch betrachtet die portfoliotheoretischen Grundsätze stets ihre Gültigkeit bewiesen haben, kam es im vergangenen Jahrzehnt zu außergewöhnlichen Mustern. Risikoreichere Anlageformen wie beispielsweise Aktien lieferten keine entsprechende Risikoprämie im Vergleich zu den konservativen Anlageklassen wie festverzinsliche Wertpapiere und Liquidität. Im Gegenteil: Der disziplinierte, langfristig investierende Aktienanleger schloss deutlich schlechter ab als der konservative Käufer von Staatsanleihen.

Für die nächste Dekade erwarten wir allerdings eine Rückkehr zu den bekannten Mustern, das heißt: zurück zum langfristigen Trend und der Gültigkeit des Kapitalmarktmodells. Obwohl das Marktumfeld für reale Anleihen wie Aktien wieder günstiger werden dürfte, werden die kommenden Jahre anspruchsvoll und schwankungsintensiv bleiben. Ein nachhaltiger Aktienbullenmarkt analog zu dem Muster der 80er- und 90er-Jahre ist nicht zu erwarten. Hinzu kommt, dass es am Rentenmarkt zu einer zumindest moderaten Umkehr des über Jahre und Jahrzehnte gültigen Abwärtstrends kommen dürfte, was festverzinsliche Wertpapiere zwar nicht über Gebühr gefährlich, aber eben doch renditemäßig unattraktiv machen wird. Alternative Anlagen sind in diesen Zyklen notwendig.

Die Zyklen ausnutzen

Die Kombination aus schwankungsintensiven Seitwärtsmärkten auf der Aktienseite sowie einer mangelnden Attraktivität am Rentenmarkt macht die Beimischung sogenannter Alternativer Anlagen zwingend notwendig. Zu unterscheiden sind dabei zwei Arten Alternativer Anlagen: liquide Anlageformen, die - abhängig von der Gewichtung - nahezu zu jedem Investorentyp passen (dazu gehören zum Beispiel Rohstoffe und Gold). Zum anderen nicht liquide Anlageformen, die besondere Voraussetzungen haben. Während der Laufzeit können sie grundsätzlich nicht veräußert werden und unterliegen einer Kapitalbindung von im Schnitt zehn Jahren (Private Equity, Infrastrukturinvestments, Agrarland usw.).

Des Weiteren kommen Hedge-Fonds und offene Immobilienfonds infrage, die beiden Segmenten zugeordnet werden können, was von den jeweiligen Produktmerkmalen abhängig ist. Dennoch sind gerade Hedge-Fonds nach Beendigung der Finanzmarktkrise attraktiver geworden. Die Märkte bieten wieder vermehrt ausnutzbare Zyklen, dazu sind erneute dramatische Liquiditätsverzerrungen eher unwahrscheinlich, und die Kostenstrukturen haben sich deutlich reduziert.

Nachdem wir insbesondere in Deutschland auf den Einsatz von Hedge-Fonds seit 2004 verzichtet haben, bauen wir daher dieses Segment wieder stärker in unsere Strategien breit basiert ein.

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