Profi-Anlageempfehlung
Attraktive Chancen mit Betongold

Ein Blick auf Wohn- und Büroimmobilienaktien lohnt sich, meint Markus Taubert von der Berenberg Bank. Sie notieren meist 15 wenn nicht sogar 25 Prozent unter dem Nettovermögenswert. In den letzten Wochen wechselten deshalb große Aktienpakete die Eigentümer.
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DÜSSELDORF. Das extrem niedrige Zinsniveau sowie die Angst vor einer Rückkehr höherer Inflationsraten haben zu einer starken Nachfrage nach Immobilien in den wichtigsten europäischen Metropolen geführt und damit auch zu deutlichen Preissteigerungen. Die hohen Investitionen für eine direkte Anlage zum Beispiel in Mehrfamilienhäuser lassen sich durch Fondslösungen zwar umgehen, allerdings ist die teilweise eingeschränkte Veräußerungsmöglichkeit von Gesellschaftsanteilen ein Manko.

Immobilienaktien, das heißt Anteile börsennotierter Gesellschaften aus der Immobilienbranche, verbinden die Solidität und Stabilität von Immobilien mit der Handelbarkeit von Aktien. Aufgrund ihrer attraktiven Dividendenrendite von derzeit jährlich rund vier bis fünf Prozent und vor dem Hintergrund des wahrscheinlich weiterhin niedrigen Zinsniveaus erscheinen Immobilienaktien durchaus attraktiv. Nachdem die Kurse von Immobilienaktien 2008 und 2009 stark nachgaben, haben sie sich in diesem Jahr sehr erfreulich entwickelt.

Viele Unternehmen verfügen aktuell über eine attraktive Bewertung: Wohnimmobilienaktien notieren noch immer mit rund 15 bis 25 Prozent Abschlag zum Nettovermögenswert (net asset value,NAV), Büroimmobilien sogar noch günstiger. Insbesondere Aktiengesellschaften aus dem Bereich Wohnimmobilien konnten wegen ihres weniger anfälligen Geschäftsmodells und tendenziell stabilen Vermietungsquoten profitieren (Deutsche Wohnen rund. zehn bis 15 Prozent unter NAV). Auch konnten Immobiliengesellschaften mit einem hohen Anteil aus dem Bereich Handel zulegen (Deutsche Euroshop mit leichter Prämie zum NAV). Zuletzt zeigte sich aber auch wieder höheres Interesse an Büroimmobilien, da hier die Talsohle durchschritten zu sein scheint wie etwa Alstria Office Reit rund acht Prozent Abschlag zum NAV).

Die Attraktivität des Sektors zeigt sich auch dadurch, dass in den letzten Wochen große Aktienpakete die Eigentümer wechseln konnten, so wurden etwa elf Prozent an Deutsche Wohnen am Markt platziert. Zugleich haben kapitalstarke Investoren auch wieder Wachstum im Visier, z.B. die niederländische Corio, die mehrere Shopping Center in Deutschland erwarb. Der Markt ist also auch für Großinvestoren wieder interessanter geworden.

Fazit: Deutsche Immobilienaktien sind für risikobereite Anleger eine attraktive Depotbeimischung. Dabei sind Unternehmen mit möglichst geringer Schuldenlast zu präferieren. Außerdem ist ein diversifiziertes Vorgehen zu empfehlen. Für ein Engagement in deutschen Immobilienaktien gilt aber dennoch: Es sind zum Teil erhebliche Kursschwankungen einzukalkulieren, die eine permanente Beobachtung und einen begrenzten Kapitaleinsatz erforderlich machen. Auch trägt der Anleger das unternehmerische Risiko (Insolvenzrisiko).

Markus Taubert ist Chief Investment Officer Private Banking der Berenberg Bank. Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Sie ist keine Empfehlung der Redaktion.

Kommentare zu " Profi-Anlageempfehlung: Attraktive Chancen mit Betongold"

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  • Hm...was soll ich von solchen berichten halten, wenn gleichzeitig auf capital berichte über 3 Offene Fonds nachzulesen sind mit dem inhalt: Fonds machen zu, Milliarden werden abgeschrieben, viele Deutsche betroffen oder ist das nicht vergleichbar?

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