Profi-Anlageempfehlung: Das Märchen vom risikolosen Zins

Profi-Anlageempfehlung
Das Märchen vom risikolosen Zins

Die Notenbanken werden die Zinsen noch Jahre drücken. Für Anleger hat das gravierende Folgen. Wer nicht will, dass sein Vermögen langsam aber sicher entwertet wird, dem bleiben wenige Möglichkeiten. Ein Gastbeitrag.

KölnEs war einmal der Portfolio-Manager einer Lebensversicherung. Mit Leichtigkeit hat er das Geld seiner Kunden vermehrt. Er musste nur erstklassige Pfandbriefe und Bundesanleihen mit langen Laufzeiten kaufen. Noch vor fünf Jahren bekam er dafür rund fünf Prozent Rendite. Der Garantiezins, den die Versicherungsgesellschaft den Versicherten versprach, war damit locker verdient – ohne Risiko.
Und es war einmal ein kleines Mädchen, das am Weltspartag in die Bankfiliale auf der anderen Straßenseite ging. Der freundliche Herr am Schalter erklärte ihr dann, wie der Zinseszins wahre Wunder wirkt: In 25 Jahren, sagte er milde, würden aus nur einem Euro drei werden (entspricht 4,5 Prozent p.a.).

Das Märchen vom risikolosen Zins ist vorbei. Künftig kann der Portfoliomanager froh sein, wenn er für Pfandbriefe und Bundesanleihen noch rund ein Prozent Rendite bekommt; seine Versprechen werden in den kommenden Jahren deutlich kleiner ausfallen. Und das Mädchen dürfte die Geschichte vom Zinsesszins eher als Witz denn einem Wunder empfinden: ein Euro und 13 Cent sind es, die – gemessen am heutigen Zinsniveau – nach 25 Jahren im Sparbuch stehen würden (entspricht 0,5 Prozent p.a.).

In der neuen (Investment-)Welt ist es ungemütlich geworden – für institutionelle Investoren und Kleinsparer gleichermaßen. Wer sein Geld in den kommenden Jahren in verzinsliche Anlagen steckt, in Bundesanleihen, das Sparbuch oder Tagesgeld, wird dafür eine Rendite erhalten, die bei Weitem nicht ausreicht, um die steigenden Güterpreise auszugleichen.

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