Profi-Anlageempfehlung
Der risikolose Zins wird zum renditelosen Risiko

Die Idee einer risikolosen Verzinsung erscheint in unsicheren Zeiten besonders attraktiv. Immer wenn sich die Nachrichtenlage verschlechtert, flüchten Anleger in sichere Häfen, wie beispielsweise deutsche Bundeswertpapiere. Eine rationale Entscheidung?
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Tatsächlich verdient der risikolose Zins seinen Namen zurzeit nicht. Passender wäre es, von "renditelosem Risiko" zu sprechen. Der Grund: Die Finanzkrise hat für anhaltend starke Nachfrage nach Bundesanleihen gesorgt und die Zinsen zehnjähriger Papiere auf gut zwei Prozent gedrückt.

Zwei Prozent sind dürftig

Das ist dürftig, zumal mittelfristig mit steigenden Zinsen gerechnet werden kann. Setzt sich der Konjunkturaufschwung fort, erwarte ich einen Anstieg auf knapp drei Prozent bis zum Herbst 2011.

Wenn dies eintrifft, müssen Anleger, die zu einem ungünstigen Zeitpunkt Liquidität benötigen, mit deutlichen Kursverlusten rechnen. Nimmt man Inflation und Abgeltungsteuer hinzu, wird der sichere Hafen rasch zum Verlustgeschäft. Wer dieses renditelose Risiko nicht auf sich nehmen möchte, sollte jetzt besonders bei längeren Restlaufzeiten über den Verkauf von Bundesanleihen nachdenken. Lediglich für risikoaverse Anleger, die ihre Papiere bis zum Ende der Laufzeit halten wollen, besitzen Bundesanleihen noch eine begrenzte Attraktivität.

Welche Alternativen bieten sich? Spekulativ ausgerichtete Anleger können aus meiner Sicht durchaus über ein Engagement in ausgewählte südeuropäische Staatsanleihen nachdenken. Wer an eine erfolgreiche Sanierung dieser Haushalte glaubt, wird im Erfolgsfall mit einer hohen Verzinsung belohnt. Positive Signale kommen beispielsweise aus Griechenland. Dort ist das Budgetdefizit in den ersten zehn Monaten 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent oder mehr als sieben Mrd. Euro zurückgegangen. Mitte November hat die Regierungspartei Pasok die Kommunalwahlen gewonnen, was als Unterstützung der Bevölkerung für den nationalen Konsolidierungskurs gewertet wird.

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Kommentare zu " Profi-Anlageempfehlung: Der risikolose Zins wird zum renditelosen Risiko"

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  • @Leertasche

    Ach was - irgendwo steht immer ein Dummer auf...

  • Das Dilemma deutscher Geldinstitue ist eine Verzinsung von 2% für "Produkte", die nach ihrem Risikoprofil eine Verzinsung von 8% erfordern würden.
    Aus diesem Grunde wird auch für die Deutsche bank 2011 ein sehr sehr sehr schweres Jahr.

  • http://commonman.de/wp/?page_id=1921

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