Profi-Anlageempfehlung: Erstklassige Unternehmensanleihen fallen als Renditebringer aus

Profi-Anlageempfehlung
Das Märchen vom risikolosen Zins

Erstklassige Unternehmensanleihen fallen als Renditebringer aus

Staatsanleihen hoher Qualität fallen als Renditebringer aus; das gleiche gilt mittlerweile auch für erstklassige Unternehmensbonds. Neuemissionen bringen meist deutlich weniger als zwei Prozent Rendite; bei kürzeren Laufzeiten sind es nicht mal ein Prozent. VW beispielsweise platzierte kürzlich problemlos eine Dreijahres-Euroanleihe mit einem Kupon von 0,875 Prozent. Nestlé muss für eine vier Jahre laufende Euroanleihe sogar nur 0,75 Prozent und für ein Zehnjahrespapier 1,75 Prozent zahlen.
Wer bei verzinslichen Anlagen nach auskömmlichen Renditen sucht, muss schon woanders schauen. Im Unternehmensanleihebereich bleiben nur noch sogenannte „High Yield Bonds“, also Anleihen von Firmen, deren Kreditwürdigkeit infrage steht („Sub-Investmentgrade“) oder Staatsanleihen aus den Peripheriestaaten, allen voran den spanischen. Viele institutionelle Anleger, die diese Anleihen vor Jahresfrist aus ihren Depots geworfen hatten, denken angesichts des „Draghi-Puts“ darüber nach, sie wieder in ihre Portfolios aufzunehmen. Das Ertrags-Risiko-Verhältnis ist durch die Haftungsübernahme der EZB deutlich besser als bei Bundesanleihen. Es würde uns nicht wundern, wenn die Kurse langlaufender Anleihen Italiens und Spaniens in den kommenden Monaten deutlich zulegen würden.

Wer langfristig sein Vermögen schützen und erhalten will, dem wird das aber nicht reichen. Es ist die schlichte Notwendigkeit, die Investoren in höher rentierliche Anlageformen treibt. Aktien werden in diesem Zinsumfeld immer attraktiver, auch wenn viele Anleger bei diesem Thema aufgrund der schlechten Erfahrungen in den vergangenen Jahren sehr vorsichtig sind. Dabei liegen die Dividendenrenditen solider, ertragsstarker Unternehmen inzwischen nicht nur weit über der Rendite sicherer Staatsanleihen, sondern auch deutlich über der von Unternehmensanleihen.

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