Profi-Anlageempfehlung
Investieren mit ruhiger Hand

Weiterhin in Aktien zu investieren rät Ulrich Stephan von der Deutschen Bank: Die Folgen des Japan-Bebens bleiben hoffentlich überschaubar. Die Weltwirtschaft richtet sich weiterhin nach dem Ölpreis und der Nahost-Krise.
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Angesichts der humanitären Folgen der Katastrophe in Japan fällt es schwer, den Blick nüchtern auf die globalen Finanzmärkte zu richten. Dennoch kommen wir nicht umhin, uns auch über die ökonomischen Folgen Gedanken zu machen. Dieser nüchterne Blick verrät, dass die am schwersten betroffenen nordöstlichen Präfekturen nur einen Anteil von rund 2,5 Prozent am japanischen Bruttoinlandsprodukt haben. Ein Einbruch der Industrieproduktion in dieser Region hat zunächst also nur begrenzten Einfluss auf die Gesamtwirtschaft. Schwerwiegender dürften aber die mittelbaren Folgen für Japan sein, insbesondere die Energieknappheit, nachdem ein Teil der bestehenden Kernreaktoren ausfällt. Stromausfälle beeinträchtigen unter anderem massiv die Produktion in den japanischen Automobilkonzernen. Die japanische Wirtschaft wird dadurch schwer belastet.

Was dies für andere Weltregionen bedeutet, ist noch nicht eindeutig abzuschätzen. Insbesondere Länder und Unternehmen mit einem hohen Exportanteil nach Japan könnten die Folgen der Katastrophe spüren. Kurzfristig ist verstärkte Unruhe an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu erwarten.

Japan ist nur ein Faktor von vielen

Doch wie sich die Weltkonjunktur mittel- bis langfristig entwickelt, wird nicht allein in Japan entschieden. Wesentliche Faktoren bleiben die Krise in Nahost und der Ölpreis. Die Ereignisse in Japan haben den Aufwärtstrend beim Ölpreis zunächst gestoppt. Sofern es in Nahost nicht zu einem Dauerkonflikt kommt, sollten die gestiegenen Ölpreise keinen nachhaltigen Einfluss auf die Weltwirtschaft ausüben. Das liegt auch daran, dass sich besonders in den Industrienationen die Abhängigkeit vom Rohöl seit den Ölkrisen der 70er-Jahre deutlich verringert hat.

Vor allem in den USA setzt sich die Konjunkturerholung trotz Rekorddefizit und stagnierendem Arbeitsmarkt unvermindert fort. 2011 könnte die größte Volkswirtschaft der Welt sogar eine positive Überraschung liefern und um knapp vier Prozent wachsen. Auch die Schwellenländer bleiben im laufenden Jahr wichtige Konjunkturmotoren. In Europa warten die Marktteilnehmer auf die Ergebnisse des Gipfels zum Europäischen Stabilitätsmechanismus Ende März. Unabhängig davon sprechen das gute Geschäftsklima und niedrige Bewertungen weiterhin für europäische Aktien.

Vor diesem Hintergrund empfehle ich, jetzt mit ruhiger Hand zu investieren. Eine hohe Aktienquote im Portfolio bleibt strategisch gerechtfertigt, neue Engagements sollten aber aufgrund der unsicheren Lage in Japan und im Nahen Osten behutsam angegangen werden. Der Schwerpunkt sollte dabei auf den westlichen Industrienationen liegen, mit den USA an erster Stelle. Als US-Basisanlage erscheint weiterhin der Fonds Goldman Sachs US Equity Portfolio in der währungsgesicherten Variante interessant (WKN: A0X8Z1). Des Weiteren sind Dividendenstrategien, die speziell auf Erträge aus Dividendenausschüttungen setzen, attraktiv. Und auch Europa bietet weiterhin gute Chancen, besonders, wenn die Politik einen plausiblen Ausweg aus der Schuldenkrise skizzieren kann. Für Anlagen im Euro-Raum empfehle ich den BGF Euro-Markets Fund (WKN: 989691). Mit einer gezielten Einzeltitelauswahl hat er den Markt in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich geschlagen.

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