Profi-Anlageempfehlung
Raus aus Staatsanleihen!

Die Märkte werden sich bald beruhigen, deshalb sollten Anleger den Anteil von Staatsanleihen in ihren Portfolios jetzt reduzieren. Fremdwährungs- und Unternehmensanleihen sind eine lukrative Alternative.
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FrankfurtNach den Wirtschaftsdaten der vergangenen drei Wochen ist ein schnelles Abrutschen der USA in eine erneute Rezession unwahrscheinlicher geworden. So konnte sich der landesweite Einkaufsmanagerindex ISM sowohl für das produzierende Gewerbe als auch für den Dienstleistungsbereich oberhalb der 50-Punkte-Marke etablieren.

Die von uns erwarteten Konjunktur stützenden Faktoren beginnen dabei zu greifen. So hat die US-amerikanische Autoindustrie nach den Unterbrechungen infolge des japanischen Erdbebens ihre Produktion wieder hochgefahren und sorgt nun für positive Nachholeffekte. Auch die Energiewirtschaft liefert wichtige Wachstumsbeiträge.

Hinzu kommen die Konjunkturpläne der Obama-Administration, die durch Steuersenkungen und Infrastruktur-Investitionen im Gesamtvolumen von 447 Milliarden US-Dollar einen nicht unerheblichen Effekt entfalten dürften. Sicher: Angesichts der heiklen politischen Konstellation wird es wohl schwierig werden, sich mit den oppositionellen Republikanern in allen Punkten zu einigen. Dennoch spricht vieles dafür, dass zumindest einige Programmpunkte umgesetzt werden.

Entsprechend bleiben wir mit Blick auf die US-Konjunktur davon überzeugt, dass der Rückfall in eine Rezession vermieden wird. Für 2011 erwarten wir einen BIP-Zuwachs von 1,7 Prozent, für 2012 leicht höhere Plusraten von 2,3 Prozent.

Auch die von vielen Marktteilnehmern befürchtete „Hard Landing“ („harte Landung“) der Schwellenländer ist unwahrscheinlicher geworden. Statt einer abrupten Wachstumsabkühlung spricht hier vieles eher für eine Normalisierung der Zuwächse. So erwarten wir für China beispielsweise auch 2011 ein BIP-Plus von mehr als acht Prozent – und das bei perspektivisch rückläufigen Inflationsraten.

Ganz andere Botschaften senden dagegen die internationalen Märkte für festverzinsliche Wertpapiere. So preist eine Rendite von weniger als 1,7 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen mittlerweile ein sehr pessimistisches Wachstumsbild ein. Auch US-amerikanische Staatsanleihen notieren mit rund zwei Prozent nur knapp über den historischen Renditetiefs. Hier wird deutlich, dass die Märkte derzeit weniger von fundamentalen Datenpunkten bestimmt werden als vielmehr von der Angst vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise. Diese kann aktuell nur durch politische Lösungen verhindert werden, was das aktuell geringe Zutrauen der Märkte erklärt.

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Kommentare zu " Profi-Anlageempfehlung: Raus aus Staatsanleihen!"

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  • Schickentanz hat mMn völlig recht, wenn er vor Staatsanleihen einschliesslich der deutschen Bundesanleihen warnt und gleichzeitig auch noch keine Empfehlung zum Kauf europäischer Aktien gibt. Wir haben eindeutig eine Bundesanleihen-Blase (angesichts der bereits bestehenden Staatsverschuldung von D sind diese niedrigen Zinssätze grotesk), die zum Teil ebenso künstlich durch gelenkte Fehlinterpretation der Risiken entstanden ist wie bei der Hypothekenkrise. Es ist aber auch zu erwarten, daß Dividenden und Gewinne der europäischen Aktiengesellschaften durch staatliche Aktionen zur Freude der Linken massiv reduziert werden, da beim Rest der Bevölkerung die Schwelle der Gesamtbelastung schon überschritten wurde und sich (oft ausländische) Aktionäre und Firmenchefs eben schlechter wehren können. ich sehe allerdings eher asiatisch und südamerikanische Aktien als Alternative

  • Sehr geehrter Herr Schickentanz, das Niveau der US-Bonds und der deutschen Staatsanleihen wird nur zum Teil durch die mangelnde Wachstumsperspektive der globalen Märkte bestimmt. Zu einem größeren Teil wird hier eine Bankenkrise systemischen Ausmasses eingepreist. So wird es nichts erbringen, wenn Anfang Oktober einige Großkonzerne stabile Gewinnerwartungen publizieren. Ein Bund-Future von nahezu 140 ist kein Wirtschaftsindikator, sondern ein "sicherer" Krisenindikator, der ein Insolvenzereignis eines EU-Staates oder einer Großbank vorwegnimmt. Aufgrund Ihrer Position bei der Commerzbank wissen Sie das bestimmt, schreiben aber kein Wort davon. Daher müssen Sie sich den Vorwurf einer positiven Stimmungsmache ohne Darlegung Ihres tatsächlichen Kenntnisstands gefallen lassen, für die Commerzbank kein Ruhmesblatt, aber jeder kann sich natürlich vorstellen, was bei Ihnen seit einigen Wochen los ist. Trotzdem ehrlich und wahrhaftig bleiben !

  • Bei der Höhe der deutschen Staatsverschuldung von derzeit über 83 % des BIP (ohne Einbeziehung der Haftungsrisiken für die ganzen Rettungsschirme und ganz zu schweigen von den nicht gedeckten Risiken für künftige Renten/Sozialversicherungen) dürfte es mit dem Triple A für Deutschland bald vorbei sein. Die Zinsen für die öffentlichen Haushalte werden dann dramatisch ansteigen.

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