Profi-Anlageempfehlung
Und ewig lockt Amerika

Trotz schwacher Binnenkonjunktur und Schuldenstreit sind US-Anlagen durchaus interessant, glaubt Holger Schroeder. Einzelne Unternehmensanleihen sichern sogar gegen Währungsschwankungen ab.

Auf den ersten Blick bietet die wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten derzeit ein wenig überzeugendes Bild: Die Arbeitslosigkeit verharrt um neun Prozent, die Sparquote ist gestiegen, der Immobilienmarkt kommt nicht auf die Beine. Das alles lastet schwer auf dem für die USA so wichtigen Konsum. Und Ende Juni hat auch noch die US-Notenbank Fed ihr Aufkaufprogramm für amerikanische Staatsanleihen eingestellt. Schließlich kämpft die Regierung in Washington mit einer ungelösten Schuldenproblematik.


Ein zweiter Blick lohnt sich jedoch. Meine amerikanischen Gesprächspartner, die ich auf einer Geschäftsreise in den Vereinigten Staaten traf, interpretieren die Fakten viel positiver. So ist die ungewöhnlich hohe Arbeitslosigkeit auch auf die beneidenswert hohe Geburtenrate und die große Zahl der Einwanderer zurückzuführen.
Tatsächlich stieg im Privatsektor die Beschäftigtenzahl in den vergangenen zwölf Monaten um 1,6 Prozent.


Es stimmt zwar, dass die US-Verbraucher so viel sparen wie seit Jahren nicht mehr und die Konsumausgaben zuletzt stagnierten. Ein weiteres Ansteigen der Sparquote ist jedoch unwahrscheinlich. Denn die Ersparnisse dürften vor allem in die Rückzahlung von Krediten fließen. Damit sollte die Verschuldung schon bald auf ihr langjähriges Mittel sinken. Gleichzeitig sind bei den Immobilienpreisen nach den starken Verlusten kaum weitere Rückgänge zu erwarten.


Zwar wird auch in den kommenden Monaten der US-Verbraucher die Konjunktur kaum maßgeblich vorantreiben. Ein weiteres Absacken der Konsumausgaben ist aber auch nicht in Sicht.


Dafür könnte der Export signifikant an Bedeutung gewinnen. Erklärtes Ziel von Präsident Barack Obama ist es, in den kommenden fünf Jahren die Ausfuhren zu verdoppeln und dadurch zwei Millionen neue Jobs zu schaffen. Finanzielle Anreize soll es für Unternehmen geben, die ihre Exporte ausweiten. Zudem wollen die USA nachdrücklicher als bisher auf die Einhaltung von Handelsabkommen pochen.

Bei der Stärkung der Exportwirtschaft kommt Obama der schwache Kurs des Dollars sehr gelegen. In den zurückliegenden eineinhalb Jahren wertete die US-Währung gegenüber dem Euro um fast 20 Prozent ab. Die Chancen stehen gut, dass der Dollar weiter an Wert verliert.

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