Profi-Anlageempfehlung
Was Anleger auf dem Oktoberfest lernen können

Deutsche Unternehmen haben ihre Wettbewerbsfähigkeit stark verbessern können. So erwarten Ökonomen aufgrund des starken Exports in diesem Jahr ein Wachstum von 3,4 Prozent. Für Anleger ergeben sich aus der deutschen Exportkraft interessante Anlagemöglichkeiten.
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HB. Wer in den vergangenen Wochen das Münchner Oktoberfest besuchte, erlebte einen deutschen Exportschlager. Ableger des größten Volksfests der Welt gibt es mittlerweile von Brasilien bis Kanada – kein Wunder, dass vielen Ausländern zu Deutschland erst einmal Brez’n und Blasmusik einfallen.

Ist der Befragte ein Unternehmer oder Manager, dürften bald darauf Stichwörter wie Ingenieurwesen und Maschinenbau fallen. Schließlich ist Deutschland in vielen Sektoren Weltmarktführer, und das nicht allein dank bekannter Adressen wie Siemens oder Daimler. Zahlreiche innovative Mittelständler tragen dazu bei, dass ein Land mit 80 Mio. Einwohnern nur knapp hinter China den Titel eines Export-Vizeweltmeisters trägt. Doch die starke Exportorientierung Deutschlands ist Fluch und Segen zugleich. Durch den Einbruch des Welthandels infolge der Finanzkrise ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2009 um 4,7 Prozent gefallen. Zugleich haben deutsche Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stark verbessert, durch Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie maßvolle Lohnsteigerungen. Dem Export sei Dank dürfen wir für dieses Jahr ein Wachstum von 3,4 Prozent erwarten.

Auch die Aussichten für 2011 sind vielversprechend. Zwar dürfte sich das Wachstum auf rund 1,7 Prozent abschwächen, da Konjunkturprogramme auslaufen und Nachholeffekte an Bedeutung verlieren. Dennoch wird die Zahl der Erwerbslosen voraussichtlich unter drei Mio. sinken. Daher sollte die deutsche Wirtschaft die Rezession abschütteln und am Ende die Produktion des Jahres 2008 übertreffen.

Für Anleger ergeben sich aus der deutschen Exportkraft interessante Anlagechancen. Branchen wie die Automobilindustrie, die Elektroindustrie oder der Maschinenbau sind im Auslandsgeschäft besonders stark, besitzen hoch qualifizierte Arbeitskräfte, betreiben intensiv Forschung. Beispielhaft seien hier die Export-Giganten MAN, Linde oder auch Thyssen Krupp genannt. Zudem lohnt sich ein Blick in die zweite oder dritte Reihe. Hier glänzen viele kleinere Unternehmen mit exzellenten Produkten auf dem Weltmarkt – zum Beispiel SGL Carbon, Aixtron und Salzgitter. Ausfuhren benötigen nicht zuletzt Transportkapazitäten und Logistik. Hier erscheinen mir HHLA oder Lufthansa interessant.

Anleger, die ein breit gestreutes Investment bevorzugen, können mit qualitativ hochwertigen Fondsanlagen wie dem DWS Deutschland, dem DWS Aktien Strategie Deutschland oder dem Fidelity Funds – Germany Fund A (EUR) von der aktuellen Stärke der deutschen Wirtschaft profitieren. Alternativen sind Zertifikate, die einen Aktienkorb auf Deutschland abbilden, beispielsweise das DAX X-pert Index Zertifikat oder das DoubleChance Zertifikat bezogen auf Daxplus Export Strategy Index.

Und wie sieht es mit flüssigen Exporten aus? Wer vom wirtschaftlichen Erfolg deutscher Brauereien profitieren will, hat leider nur eingeschränkte Anlagemöglichkeiten: Sie sind weitgehend in privater Hand oder von internationalen Getränkekonzernen aufgekauft. Ein Besuch auf der Wiesn erscheint mir da lohnenswerter.

Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Es ist keine Empfehlung der Redaktion.

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