Prognose
Internetaktien unter Druck

Viele der bekanntesten amerikanischen High-Tech-Werte haben sich von den dramatischen Kursverlusten vor fünf Jahren nie richtig erholt. Trotz kräftiger Umsatzsteigerungen und Milliardengewinne dümpeln die Kurse von Intel, Microsoft, Cisco, Dell und anderen vor sich hin. Demgegenüber erlebten die Internet-Dienstleister einen zweiten Boom.

PORTLAND. Die Notierungen von Yahoo, Ebay und Amazon, die 2001 auf einem extrem niedrigen Niveau notierten, vervielfältigten sich seitdem. Google legte in weniger als zwei Jahren eine Kurssteigerung von 85 auf 470 Dollar hin.

Seit Beginn dieses Jahres knickte der Kursverlauf bei den vier Standardwerten des Internets indessen ab. Vor allem Highflyer Google geriet kräftig unter Druck. Innerhalb kurzer Zeit fiel die Notierung von 475 auf 340 Dollar. Mittlerweile wird die Frage gestellt, ob die Entwicklung das Ende einer neuen Internet-Blase signalisiert. Inzwischen liegen an einer insgesamt freundlichen Börse Yahoo um ein Drittel, Amazon um gut ein Viertel und Ebay um ein Fünftel unter ihrer Höchstnotierung der vergangenen zwölf Monate.

Aktienanalysten sind sich jedoch einig, dass unterschiedliche Gründe den Kursverfall ausgelöst haben. Von einer Spekulationsblase habe man lediglich bei Google sprechen können. Bei den übrigen drei Werten sehen Analysten dagegen eher eine Konsolidierungsphase. Yahoo gilt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 mittlerweile als unterbewertet. Ebay bringt es auf 50, Amazon auf 44 und Google auf 68.

Googles jüngster Kursabsturz hat mehrere Gründe. Nachdem Finanzchef George Reyes auf einer Anlegerkonferenz vor schwächerem Wachstum warnte und das Unternehmen irrtümlich eine enttäuschende Umsatzprognose veröffentlichte, sackte Googles Marktwert in 20 Minuten um über zehn Mrd. Dollar. Eine inzwischen beigelegte Kontroverse um einen Betrug bei Anzeigen-Klickraten drückte den Kurs ebenso wie die Forderung des US-Justizministeriums, Daten über Internet-Suchen herauszugeben. Das US-Justizministerium will mit den Daten eine Studie durchführen, die belegen soll, dass minderjährige Internetsurfer per Gesetz effektiver vor pornografischem Material geschützt werden könnten als mit derzeit eingesetzten Softwarefiltern. Obwohl das zuständige Gericht offenbar einen Kompromiss anstrebt, der Befürchtungen über eine staatliche Überwachung von Internet-Suchen ausräumt, gab der Google-Kurs weiter nach.

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