Prognose von Goldman-Sachs
Experten erwarten deutlich steigende Ölpreise

Die Wirtschaft muss sich nach Einschätzung von Experten darauf einrichten, dass der derzeitige Rückggang des Rohölpreises nur vorübergehender Natur ist. Mittelfristig sei mit wieder anziehenden Notierungen zu rechnen. Unter bestimmten Voraussetzungen könne der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl sogar ein neues Rekordniveau nahe der 100-Dollar-Marke erreichen.
  • 0

HB BERLIN. Industrie und Verbraucher müssen sich nach Experten- Einschätzung im kommenden Winter auf einen deutlichen Anstieg der Preise für Heizöl und Benzin einstellen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hält nach Informationen des „Tagesspiegel“ (Montagausgabe) Notierungen für Rohöl von 90 bis 95 US-Dollar je Barrel (159 Liter) für möglich. Das wäre ein Plus von rund 30 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand. Voraussetzung wäre aber zum einen, dass der Winter normal - also nicht so mild wie der vergangene - ausfallen wird, und zum anderen, dass die großen Ölförderländer ihre Produktion nicht erhöhen.

Im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ sagten die Experten von Goldman Sachs, sie rechneten in jedem Fall damit, dass sich der Ölpreis auf absehbare Zeit über der Marke von 70 Dollar halten wird. Die jüngsten Preisrückgänge seien nur dadurch verursacht worden, dass sich Fonds wegen der US-Hypothekenkrise vom Ölmarkt zurückzogen.

Die Kosten in der Ölindustrie stiegen nach wie vor stark. „Der Ölmarkt weist außerdem ein Defizit auf, so dass die Lagerbestände weltweit zurückgehen“, heißt es laut Zeitung bei Goldman Sachs. All das deute darauf hin, dass wir weit entfernt sind von einem Umfeld für dauerhafte Preise von unter 70 Dollar.

Die Notierungen für Rohöl hatten sich am Freitag fest gezeigt. „Die Erholung an den Aktienmärkten wird den Aufschwung der Rohstoffnotierungen stützen“, sagte Phil Flynn von Alaron Trading Corp. Im Laufe des Tages hatte die US-Notenbank als Reaktion auf die US-Hypothekenkrise überraschend ihren Leitzins gesenkt. Die Ölpreise profitierten nach Angaben aus dem Handel zudem von dem noch immer tobenden Hurrikan „Dean“, der weiter die Ölförderung im Golf von Mexiko gefährde.

Darüber hinaus gab es ein Feuer in einer Raffinerie von Chevon in Mississippi, was ebenfalls stützend wirke. In den Vortagen war der Ölpreis gesunken, weil sich Befürchtungen breit machten, die US-Hypothekenkrise könne die globale Konjunktur belasten und damit die Ölnachfrage dämpfen.

Bis Freitag Nachmittag kletterte der Septemberkontrakt für Light, Sweet Crude an der New York Mercantile Exchange um 1,36 US-Dollar auf 72,36 US-Dollar/Barrel, während Rohöl der Sorte BrentT zur Lieferung im Oktober an der ICE Futures in London um 0,66 US-Dollar auf 70,43 US-Dollar je Barrel stieg.

Kommentare zu " Prognose von Goldman-Sachs: Experten erwarten deutlich steigende Ölpreise"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%