Prognosen
Experten erwarten Höhenflug der Schwellenländer-Börsen

Experten wie der amerikanische Notenbank-Chef Ben Bernanke sehen "erste Keime" einer Erholung nach den milliardenschweren Konjunkturprogrammen von Washington bis Peking. Neue Daten bestärken die Hoffnungen der Anleger auf neue Renditechancen. Chinesische Unternehmen sowie Rohstoff- und Konsumtitel zeigen das größte Potenzial.

SINGAPUR. Der renommierte Anlegeexperte Mark Mobius erwartet für das Jahresende einen Höhenflug an den Aktienmärkten der Schwellenländer. Sinkende Leitzinsen und eine rückläufige Inflation legten den Grundstein für die nächste Rally, erwartet der Fondsmanager von Templeton Asset Management. Derzeit hemmten die Insolvenz des Autobauers Chrysler und andere kurzfristige Risiken einen Anstieg der Aktienkurse.

Wenn die Aktien der Schwellenländer haussieren, sieht Mobius das größte Potenzial bei chinesischen Unternehmen, die in Hongkong gehandelt werden. Hohe Kursgewinne erwartet er auch bei Rohstoff- und konsumnahen Titeln. Geographisch bevorzugt er neben China die Türkei, Südafrika und Brasilien.

Bereits im März prognostizierte Mobius eine Erholung der sogenannten Emerging Markets. Seitdem kletterte der MSCI Emerging Markets Index um 23 Prozent. Damit stieg das Börsenbarometer der Schwellenländer stärker als der globale Index MSCI World Index, der um 14 Prozent zulegte. Auch im bisherigen Jahresverlauf stechen die Aktienmärkte der Schwellenländer hervor: Angeführt von Peru und China stellen sie die Top-10-Indizes mit der besten Performance rund um den Globus.

Nach den milliardenschweren Konjunkturprogrammen von Washington bis Peking erkennt auch der amerikanische Notenbank-Chef Ben Bernanke "erste Keime" einer Erholung. Neue Daten zum Verbrauchervertrauen und den Herstellerindizes in den USA bestärkten die Hoffnungen der Anleger, dass das Gröbste der Rezession ausgestanden sei.

Etwas zurückhaltender klingt hingegen die Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Im April korrigierten die Experten ihre Prognosen nach unten. Nun rechnen sie damit, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 1,3 Prozent schrumpft, während sie im Januar noch ein Wachstum von 0,5 Prozent vorausgesagt haben.

Auch immer mehr Investoren gelangen zu der Ansicht, dass die steilste Rally seit 16 Jahren aufgrund sinkender Unternehmensgewinne versanden wird. Leerverkäufer erhöhten ihre Short-Positionen auf Aktien aus Schwellenländern auf das höchste Niveau seit März 2007, wie aus den Daten der New Yorker Börse hervorgeht. Bei Leerverkäufen setzen Anleger auf fallende Kurse, indem sie geliehene Aktien verkaufen, um sie später zu einem günstigeren Preis zurückzukaufen.

Zuversichtlich geben sich die Experten von BNP Paribas Asset Management und Credit Suisse Asset Management. Besonders gutes Potenzial sieht Fondsmanager Martial Godet von BNP Paribas in den Aktienmärkten von Brasilien, Russland, Indien und China. Die Credit Suisse empfiehlt indes den Kauf von Aktien aus Asien. Die Titel profitierten von steigenden Unternehmensgewinnen und dem Konjunkturprogramm aus China, erklärt Vice Chairman Bob Parker während einer Konferenz in Bali. Optimistisch sei er auch in Bezug auf südamerikanische Titel, während er bei Aktien aus Europa, Japan und den USA dazu rät, diese unterzugewichten.

Quelle: Bloomberg

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