Puma bleibt erster Kandidat für Aufstieg
Reisekonzern Tui muss 2005 erneut um seinen Platz im Dax bangen

Nur knapp ist die Aktie des Touristikkonzerns Tui im September den Abstieg aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) entgangen. Doch schon bald könnte bei Tui das Bangen wieder einsetzen. Dass die Deutsche Börse ihren Leitindex nach dem ereignisarmen Jahr 2004 auch in den kommenden zwölf Monaten unverändert lässt, gilt bei Experten als unwahrscheinlich. Und Tui gilt nach wie vor als erster Kandidat für einen Wechsel.

FRANKFURT/M. Eng werden könnte es für Tui vor allem deshalb, weil die Deutsche Börse ihre Index-Entscheidungen seit März dieses Jahres auf Basis neuer Regeln trifft. Der Arbeitskreis Aktienindizes, der stets auf weiche Kriterien wie Indexkontinuität oder Branchengewichtung achtete, wurde quasi entmachtet. Nun zählen allein die Platzierungen in den beiden Bereichen Marktkapitalisierung frei handelbarer Aktien und Börsenumsatz im Vormonat der Entscheidung. Und hier kann von den Experten relativ einfach mitgerechnet werden, wie der tagesaktuelle Stand der Entscheidung ist. Im Fall Tui nutzten Hedge Fonds die Gelegenheit, um den Kurs entsprechend zu treiben.

Ähnlich könnte es im neuen Jahr zugehen. Im Moment hält die Tui-Aktie im Kriterium Marktkapitalisierung Rang 35 und erreicht damit gerade noch das rettende Ufer. Als akut abstiegsgefährdet gilt außerdem die Aktie von Fresenius Medical Care (FMC), die bei der Marktkapitalisierung nur einen Platz vor Tui rangiert.

Für zusätzliche Spannung sorgt, dass etliche Kandidaten in den Startlöchern stehen, die sich durch enorme Zuwächse in diesem Jahr für eine Dax-Aufnahme geradezu aufdrängen. Sowohl die Titel des Sportartikelherstellers Puma, die sich bereits seit über einem halben Jahr bei Marktkapitalisierung und Börsenumsätze auf den Rängen 28 und 26 halten, als auch die der Hypo Real Estate (26/33) gelten als potenzielle Aufstiegsaspiranten. Daneben dürfen sich Heidelberg Cement (31/48), Merck (33/38), die Postbank (37/34) und Celesio (36/46) zumindest Außenseiterchancen ausrechnen.

Keine Chancen hat trotz guter Ausgangslage (32/31) T-Online, da der Internetanbieter im kommenden Jahr zur Mutter Deutsche Telekom zurück kehren soll. Das hat auch Konsequenzen für den TecDax. Dort ist T-Online mit Abstand der stärkste unter den 30 vertretenen Technologietiteln. Für das Ansehen des TecDax ist der Abgang von T-Online ein schwerer Schlag. Viele Börsianer befürchten als Reaktion darauf ein rückläufiges Investoreninteresse – zumal kein Wert nachrückt, der T-Online im entferntesten nahe kommt. Potenzielle Aufstiegskandidaten für den TecDax sind nach aktuellem Stand BB Medtech, Adva Optical Networking, Carl Zeiss Meditec und Mühlbauer.

Teles ist abstiegsgefährdet

Abstiegsgefährdet ist derzeit auch der Berliner Internetdienstleister Teles. Dieser verlor zuletzt enorm an Börsenwert, weil er sein Kerngeschäft an den Wettbewerber Freenet verkauft hat. Stärkste Werte im TecDax werden nach dem Ausscheiden von T-Online zwei ausländische Biotech-Unternehmen sein: Die Schweizer BB Biotech und die niederländische Qiagen.

Ein vergleichbares Bild zeigt sich seit längerem im Mittelwerte-Index MDax. Dort sind mit dem multinationalen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und der irischen Depfa-Bank ebenfalls zwei Ausländer die Platzhirsche, was den Marktwert betrifft. Die größten Umsätze werden hingegen bei Puma gezählt. Daran dürfte sich auch 2005 wenig ändern. Gezählt sein dürften indes die Tage des Automobilzulieferers Beru im MDax. Im November hatte der US-Konzern Borg dessen Übernahme bekannt gegeben. Als akut abstiegsgefährdet gilt auch die Aktie des Online-Brokers Comdirect. Als Kandidaten, die dessen Platz einnehmen könnten, werden der Konsumforscher GfK, der Baustoff-Lieferant Pfleiderer und die Indus Holding genannt.

Eine wichtige Rolle für die Index-Zusammensetzung spielt auch die Frage, wer 2005 den Gang an die Börse wagt. Chancen, kurze Zeit nach der Erstnotiz in den MDax aufgenommen zu werden, haben die beiden Börsenkandidaten Arcor und Viterra. Sie könnten dem Beispiel der Postbank und von Wincor Nixdorf folgen: Beide schafften 2004 nach dem Sprung an die Börse auch die Aufnahme in den MDax.

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