Rangliste der Missetäter
Dax-Konzerne verstecken Vorstandsgehälter

Was die Vorstände der großen Konzerne verdienen, hat die Aktionäre schon seit jeher interessiert. Doch Aktionärsschützer monieren, dass die wenigsten Dax-Unternehmen ihre Anteilseigner vernünftig informieren. Es gibt jedoch Lichtblicke.

HB DÜSSELDORF. Trotz zunehmender Transparenz lasse die Verständlichkeit zu wünschen übrig, kritisierte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Freitag in Düsseldorf. Zwar gebe es unter den 30 Dax-Unternehmen jetzt deutlich mehr, die in ihren Geschäftsberichten die Gehälter einzeln offen legten. Dennoch sei es für die Aktionäre oft sehr schwierig, sich ein korrektes Bild zu machen. Viele Unternehmen machten es ihren Anteilseignern unnötig schwer, indem sie Informationen über den ganzen Geschäftsbericht hinweg streuten.

In einer Untersuchung der DSW bekamen nur zwei Konzerne die Note „gut“, während 16 mit „ausreichend“ und zwei mit „mangelhaft“ bewertet wurden. Sieger sind SAP und der Energieversorger RWE, die je 14 von 20 möglichen Punkten erreichten. So habe das Walldorfer Softwarehaus in tabellarischer Form die fixe, variable und die sonstige Vergütung der Vorstände ausgewiesen. Am Ende der Skala stehen der Chiphersteller Infineon und das Medizintechnikunternehmen FMC mit jeweils zwei Punkten.

Rangliste: Die Noten der Dax-Konzerne

Im vergangenen Jahr hatten die Vorstandsmitglieder der 30 DAX-Konzerne nach Berechnungen der DSW im Schnitt 1,6 Mio EUR verdient, das sind 8,2 Prozent mehr als 2003. An der Spitze standen die Manager der Deutschen Bank mit gut 3 Millionen Euro, am Ende die Lufthansa-Crew mit 850 000 EUR. Die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden schwankte zwischen 6,2 Millionen Euro für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und 1,2 Millionen Euro für Dieter Rampl von der Hypo-Vereinsbank.

Es habe sich gezeigt, dass eine höhere Transparenz bei der Darstellung der Vorstandsvergütung nicht zwangsläufig zu einer besseren Verständlichkeit der Systeme führe, stellte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker fest. Neun der Dax-Gesellschaften veröffentlichten die Gehaltsinformationen nicht zusammenhängend, vielmehr müssten die Erläuterungen an verschiedenen Stellen zusammengesucht werden. Nur sechs Konzerne aus der ersten Börsenliga machten Angaben zur Struktur der Pensionsbezüge ihrer Manager, rügte die DSW.

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