Rat von den US-Großbanken
Raus aus Anleihen, rein in Aktien!

JP Morgan, Goldman Sachs und andere Großbanken raten ihren Kunden umzuschichten. Anleihen seien zu anfällig für die Politik der Fed. Aktien seien die bessere Alternative. Doch auch diese hängen am Tropf der Notenbanken.
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FrankfurtDie größten Anleihehändler der Wall Street raten ihren Kunden, aus den meisten Festverzinslichen auszusteigen und in US-Aktien umzuschichten. Zunehmende Bedenken im Hinblick auf einen bevorstehenden Abbau der expansionsfördernden Maßnahmen der amerikanischen Notenbank setzen die Anleihemärkte unter Druck wie zuletzt 2011.

JP Morgan, seit 2007 die aktivste Konsortialbank bei der Emission von Unternehmensanleihen, schloss sich vergangene Woche Barclays, Bank of America, Morgan Stanley und Goldman Sachs an und gab Aktien den Vorzug gegenüber Anleihen. Die Erträge aus Aktien übertreffen diejenigen von Unternehmensanleihen so deutlich wie seit mindestens 1997 nicht mehr. Der Bank of America Merrill Lynch U.S. Corporate & High Yield Index hat seit Jahresbeginn 0,73 Prozent eingebüßt. Dem steht ein 15,1-Prozent-Anstieg beim Aktienindex Standard & Poor's 500 gegenüber.

Die Anfälligkeit von Anleihen gegenüber einem etwaigen Entzug der Stimulierungsmaßnahmen, mit denen die Fed seit 2008 über 2,5 Billionen Dollar in das Finanzsystem gepumpt hat, betrifft Treasuries ebenso wie Junkbonds. Anleihen sind „weiterhin am engsten an die Suche nach Rendite gekoppelt” und unterliegen bei steigenden Zinsen einer höheren Volatilität als Aktien, schrieben die Strategen von JPMorgan um Jan Loeys in einer Studie vom vergangenen Freitag.

„Inzwischen sehen wir ein bisschen Umschichtung weg von Anleihefonds”, sagte Hans Mikkelsen, Leiter Investmentgrade-Kreditstrategie bei Bank of America in New York. Er hält „eine sehr schnelle Umstellung bei der Anlageallokation bei Privatanlegern” für denkbar, „mit der die Institutionellen nicht Schritt halten können.”

Zwischen dem 22. Mai - dem Tag, an dem der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke vor Kongressabgeordneten andeutete, dass die Notenbank in einer ihrer nächsten Sitzungen mit der Verringerung der Stimulierungsmaßnahmen beginnen könnte - und dem 11. Juni gaben Dollaranleihen von Unternehmen aller Bonitätsklassen um 2,2 Prozent nach.

Die Volatilität von Treasuries ist laut dem MOVE Index von Bank of America Merrill Lynch seit dem am 9. Mai erreichten Tiefstand von 48,87 um 68 Prozent geklettert, auf 82,3.

Die Heftigkeit der Marktreaktion auf das „pure Ansprechen” eines Abbaus des Anleihekaufprogramms der Fed gebe „eine Vorstellung davon, wo die Anfälligkeiten gegenüber einer tatsächlichen Umkehr der Geldpolitik liegen”, schrieben die JPMorgan-Strategen, die vom Fachmagazin „Institutional Investor” im vergangenen Jahr als bestes Anleiheteam eingestuft wurden. „Aktien gegenüber Anleihen im Allgemeinen überzugewichten, ist die offensichtlichste Konsequenz.”

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rat von den US-Großbanken: Raus aus Anleihen, rein in Aktien!"

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  • Man beachte, nur die ausgelutschten Verfahren werden öffentlich gemacht.

    Übersetzt heißt das: es will jemand bei Aktien abcashen und damit bei Anleihen einsteigen...

  • Rat von mir: rein in Anleihen (oder was auch immer), raus aus Aktien. Wie ich darauf komme?

    Folgende Geschichte ist die Grundlage: es gab in Persien mal einen hochbezahlten Hofpropheten, der machte entsprechend seines Amtes schöne Prophezeiungen, die aber alle leider nicht eintrafen. Während erlangte ein Bauernprophet Berühmheit, indem er - wie der Teufel es wollte - immer richtige Prophezeiungen machte. Der dadurch komplett frustrierte Hofprophet beschloß daher dem Bauernpropheten seine Methode abzukaufen. Nachdem sie sich geeinigt hatten sagte der Bauernprophet: nun, lieber Hofprophet, ich warte immer auf Deine Prophezeiung und sage dann das genaue Gegenteil.

    Ich möchte aber betonen, daß im Gegensatz zu manchen modernen "Propheten" der unglückliche Hofprophet aber ernsthaft bemüht war, richtige Prophezeiungen zu machen und nicht seine Gläubigen dadurch zu schädigen, daß er auch noch gegen sie wettet.

  • Ich denke der Verfall des Goldpreises hat gezeigt, daß es nicht erfolgreich ist Assets quasi zu Höchstpreisen zu erwerben. Auch wenn jetzt bereits deutlich Luft aus Munis, TBonds und Reits etc. abgelassen wurde - sie werden sicher weiter fallen. Aber Aktien eben auch, weil jetzt zurückgezahlt wird - die Kreditspekulation wird aufgelöst. Dankbare Abnehmer werden gesucht und man verbreitet sogar so etwas wie Gier bei Privatmann - er hat angeblich einen Vorteil:

    Zitat: Er hält „eine sehr schnelle Umstellung bei der Anlageallokation bei Privatanlegern” für denkbar, „mit der die Institutionellen nicht Schritt halten können.”

    Na diese Chance läßt man sich doch nicht entgehen, oder?

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