Rekordgewinne entfachen Euphorie an den Märkten
Ölaktien begeistern die Strategen

Die Aktien der großen Ölgesellschaften bergen nach Einschätzung von Analysten noch Potenzial. Auch wenn der Ölpreis derzeit wegen der milden Witterung in wichtigen Verbraucherländern sinke, seien Ölaktien langfristig gesehen günstig bewertet, argumentieren sie.

LONDON/DÜSSELDORF. Die jüngsten Quartalsergebnisse zeigten, dass die Konzerne die Schäden durch die Hurrikane im Golf von Mexiko problemlos weggesteckt haben. Insbesondere der Aktie von Royal Dutch Shell trauen die Experten in den kommenden Monaten deutliche Kursgewinne zu.

Nachdem in der vergangenen Woche Exxon und Shell mit Quartalsgewinnen nahe der Zehn-Milliarden-Dollar-Marke glänzten, erwarten Analysten auch für das nächste Quartal gute Zahlen. „Die Berichtssaison sollte weiter stark bleiben“, sagt Rolf Elgeti, Chef-Stratege der ABN Amro. Die Kursabschläge und -schwankungen der vergangenen Wochen führt er auf Gewinnmitnahmen zurück. Auch Dennis Nacken, Ölanalyst bei Helaba Trust, setzt weiter auf die Aktien der Ölmultis. „Die Perspektiven sind immer noch günstig“, sagt er und verweist dazu vor allem auf den Rohölpreis.

Zwar ist der Ölpreis von den Höchstständen der Hurrikan-Saison von rund 70 Dollar je Barrel (159-Liter-Fass) auf unter 60 Dollar gesunken, doch in langjähriger Betrachtung liegt er damit noch immer sehr hoch. BP-Chef Lord Browne hatte zuletzt gesagt, der Preis werde über den Winter hinweg gut unterstützt bleiben. Neuerliche Engpässe, vor allem bei den Raffinierien, seien nicht auszuschließen.

Experten zufolge gilt das bis ins kommende Jahr hinein. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 30 Analysten ergab, dass diese für 2006 wie schon für 2005 mit einem Durchschnittspreis für die Nordsee-Sorte Brent von mehr als 55 Dollar rechnen. Produktionsausfälle durch Streiks oder Naturereignisse können dabei genauso wie politische Krisen wie der Konflikt um das Nuklearprogramm im Iran neue Ausschlägen provozieren.

Selbst wenn durch äußere Einflüsse die Produktion der Ölkonzerne sinkt, können steigende Rohölpreise die Mengeneffekte ausgleichen – das haben die Hurrikane des Sommers im Golf von Mexiko gezeigt. Sie verknappten die Raffinerie-Kapazität und trieben damit die Margen in der Ölverarbeitung auf ungeahnte Höhen. An der Tankstelle hielten sich die Konzerne jedoch zurück – auch weil sie politischen Gegenwind befürchteten, wenn sie die Preise an der Zapfsäule im Gleichschritt mit den Großhandelspreisen erhöht hätten.

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