Renault und Schneider Electric hoffen auf Aufstieg
Europäische Indizes werden neu sortiert

In den beiden wichtigsten europäischen Börsenindizes stehen Veränderungen an. Im Euro Stoxx 50 wird die Mobilfunktochter der Telecom Italia, TIM, ebenso ersetzt werden wie der Ölkonzern Royal Dutch. Als Nachrück-Kandidaten gelten das irische Finanzinstitut Allied Irish Banks sowie der italienische Automobilkonzern Renault und die französische Schneider Electric.

som DÜSSELDORF. Aktien, die in einem bedeutenden Index aufgenommen werden, sind in der Regel bereits im Vorfeld stark gefragt. Anbieter von Zertifikaten, aber auch viele indexorientierte Fonds müssen die Titel kaufen, sobald diese in einen Index aufsteigen. Weil darauf im Vorfeld viele Anleger spekulieren, legen die entsprechenden Aktienkurse bereits im Vorfeld zu. Der Kurs von Renault beispielsweise gewann in den vergangenen Tagen fünf Prozent. Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank veranschlagt für den Euro Stoxx 50 ein Volumen von 30 Mrd. Euro an passiv gemanagten Produkten bzw. Fonds. Dies verteilt sich auf die 50 Unternehmen.

Royal Dutch verlässt den Euro Stoxx 50, weil die Niederländer mit der britischen Shell fusionieren. Künftiger Hauptsitz ist London. Britische Unternehmen sind nicht im Euro Stoxx 50 enthalten. Die Indexexperten der Hypo-Vereinsbank gehen davon aus, dass der Austausch zeitnah zum Anpassungstermin beim britischen FTSE-Index liegen wird. Hier sind die Änderungen am 20. Juli wirksam.

Als Austauschkandidat für Royal Dutch liefern sich Renault und Schneider Electric mit einem bei Anlegern gestreuten Börsenwert (Freefloat) von 14,1 bzw. 13,7 Mrd. Euro ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Als sicher gilt, dass Allied Irish Banks mit einer Marktkapitalisierung von 14,7 Mrd. Euro den Mobilfunkanbieter TIM ersetzen wird. Die Telecom Italia hatte die Aktien ihrer hochprofitablen Tochter zurückgekauft.

Im Stoxx 50 – er enthält auch Aktien aus den Nicht-Euro-Ländern Großbritannien und der Schweiz – sind gegenwärtig Royal Dutch und Shell vertreten. Nach der Anpassung wird es nur noch Royal-Dutch-Shell-Aktien geben. Hier dürfte den Platz Sanofi-Aventis einnehmen. Der französische Pharmakonzern hat mit 73 Mrd. Euro eine deutlich höhere Marktkapitalisierung als France Télécom mit 32 Mrd. Euro. Entscheidend werden jedoch die Schlusskurse vom 30. Juni sein.

Die Umbesetzungen in den europäischen Indizes folgen auf die Änderungen in Deutschland. Mit Wirkung vom 17. Juni rücken Lanxess und Premiere in den MDax auf. Dafür steigen Thiel Logistic und WCM in den SDax ab. Conergy ersetzt im TecDax Süss Microtec.

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