Renten gelten als weniger attraktiv
Profis bevorzugen europäische Aktien

Deutschlands beste Vermögensverwalter setzen für das kommende Jahr verstärkt auf Aktien. Dabei erwarten sie von europäischen Titeln die stärksten Kursanstiege.

DÜSSELDORF. Bei Anleihen rechnen sie dagegen mit steigenden Zinsen und damit fallenden Kursen. Sie wählen kurz- bis mittelfristige Papiere. Das ergab eine Befragung des Handelsblatts unter den erfolgreichsten Vermögensverwaltern in Deutschland.

„Das Jahr 2005 wird ganz klar positiver für Aktien“, sagt Bert Flossbach von der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch in Köln, die nach einem Ranking des Portfolio-Controllers FirstFive mit einer Rendite von 8,46 Prozent den ersten Platz in der ausgewogenen Risikoklasse belegte. Bei den großen deutschen Konzernen sei verstärkter Druck auf die Lohnkosten zu erwarten. Entsprechende Gewinnsteigerungen spiegelten sich in den Aktienkursen noch nicht wider. Auch Portfoliomanagerin Birgit Behnsen von der Bremer Landesbank erwartet eine positive, wenn auch moderate Kursentwicklung bei Aktien. Ihr Haus, das zweimal Platz zwei erzielte, habe in allen Klassen die Aktienanteile erhöht. „Die Unternehmensgewinne haben sich deutlich erholt, und dieser Trend dürfte anhalten“, sagt sie. Der Dax werde um einen Prozentsatz „im hohen einstelligen Bereich“ steigen. Auch Torsten Soika, Portfoliomanager der Commerzbank, ist bei Aktien optimistisch: „Die Bäume wachsen bei Aktien nicht in den Himmel, aber sie erzielen bessere Renditen als Anleihen“. Die Commerzbank erzielte mit dem getesteten dynamischen Portfolio 2004 eine Rendite von 33 Prozent.

Dabei stört die Vermögensmanager wenig, dass die Konjunkturaussichten in Deutschland bescheiden sind. Die Konjunktur in Deutschland habe insgesamt wenig mit der Entwicklung der Dax-Werte zu tun, sagt Flossbach: „Die beiden Themen muss man trennen. Wir leben in einer globalen Welt, in der die Märkte der Konzerne international sind. Sie können auch bei den Lohnkosten auf andere Standorte ausweichen.“ Soika meint, die deutschen Unternehmen hätten auf der Kostenseite ihre Hausaufgaben gemacht, was in den Kursen bisher noch nicht reflektiert sei.

Um die Aktienindizes zu schlagen, halten die Portfoliomanager eine sorgfältige Aktienauswahl für unerlässlich. „Der Trick ist, einen ganz systematischen Investmentprozess zu haben“, sagt Behnsen. Ihre Bank verwendet ein Programm, das unter alternativen Szenarios die besten Werte herausfiltert. Die Commerzbank sortiert sowohl nach Branchen und Ländern als auch nach den Fundamentaldaten einzelner Firmen. Flossbach & von Storch blickt ausschließlich auf die Daten einzelner Unternehmen. „Für uns gibt es keine guten oder schlechten Branchen“, argumentiert Flossbach und verweist dabei auf die Autobranche. „In Toyota investieren wir, General Motors würden wir nur über meine Leiche kaufen.“

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