Repräsentative Befragung
Hoher Ölpreis schreckt Anleger ab

Der hohe Ölpreis beunruhigt die Anleger. Rund zwei Drittel der Investoren gehen davon aus, dass steigende Ölpreise die Aktienmärkte in Zukunft weiter stark belasten werden.

DÜSSELDORF. Nur 21 Prozent der befragten Investoren sind daher zurzeit bereit, in Aktien und Aktienfonds zu investieren. Und über 40 Prozent schauen sich nach Alternativen um. Dies zeigt das Anlegerbarometer des Meinungsforschungsinstituts AMR im Auftrag des Bankhauses HSBC Trinkaus & Burkhardt und in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt.

Interessanterweise nehmen vor allem weibliche Anleger an, dass die Belastungen des Aktienmarktes durch die steigenden Ölpreise eher stark als mäßig ausfallen werden. Auch in den Altersgruppen gibt es unterschiedliche Einschätzungen. So bewerten weniger als 50 Prozent der Investoren unter 30 Jahren den Einfluss des teuren Öls auf die Aktienmärkte als besonders kritisch. Rund drei Viertel der über 50-Jährigen sehen dagegen starke Belastungen. Eine mögliche Erklärung dafür könnten die negativen Erfahrungen der Älteren mit den Folgen der Ölkrise in den 70er-Jahren sein. Denkbar ist aber auch, dass ältere Menschen eher sicherheitsorientiert in Bezug auf ihre Geldanlage denken.

Besorgnis erregend sind auch die Antworten auf die Frage, wie das Anlageverhalten durch die hohen Ölpreise beeinflusst wird. 36 Prozent der Befragten überlegen zurzeit, ihr Geld gar nicht zu investieren, und 43 Prozent schauen sich nach alternativen Anlagen zu Aktien oder Investmentfonds um. Noch nicht ganz gestrichen wurden Aktien bei den männlichen Anlegern im Alter von 30 bis 50 Jahren. Von ihnen sind rund 30 Prozent bereit, weiter in Aktien und Aktienfonds zu investieren.

Damit stellt sich die Frage, ob die ohnehin eher verkümmerte Aktienkultur in Deutschland durch den hohen Ölpreis weiter geschädigt wird. Für Jürgen Pfister ist schwer vorstellbar, dass es „in der Breite eine Alternative zu Aktien geben wird“. Der Chefvolkswirt und Leiter des Investment-Researchs der Bayerischen Landesbank weist darauf hin, dass es sich bei Alternativen zur Aktienanlage wie etwa Hedge-Fonds oder Zertifikaten eigentlich um Nischenprodukte handelt.

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