Research-Studien
Analyse auf Bestellung stößt auf Skepsis

Wer sich als Investor über große Aktiengesellschaften informieren will, kann auf umfangreiche Research-Studien von Seiten der Banken zurückgreifen. Doch gerade vielen kleinen Aktien fehlen die gewinnbringenden Studien. Wie kleinere Analysehäuser den Unternehmen Research gegen Bezahlung bieten - und warum die Praxis bisher nicht gut ankommt.

FRANKFURT. Bis zu 40 Analysten beobachten jeweils eines der großen Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) und veröffentlichen regelmäßig Studien.

Abseits der großen Werte sieht es jedoch ganz anders aus. Schon im SDax, dem viertwichtigsten deutschen Börsenindex, werden einzelne Aktien nur von drei oder vier Analysten betreut. Unterhalb des Indexes sinkt das Interesse noch einmal rapide. Von den gut 400 Werten, die im Prime Standard, dem am stärksten regulierten Marktsegment der Deutschen Börse notiert sind, weisen 31 lediglich ein Analystenurteil auf, für 64 Firmen fehlt jegliche Bewertung.

Was aus Sicht der Banken angesichts der Kosten des Aktienresearchs rational ist, stellt für die Unternehmen ein ernstes Problem dar. Aufgrund der fehlenden Research-Coverage fallen sie vielen Anlegern, insbesondere den großen institutionellen Investoren nicht auf. Die Folge sind oft eine geringe Liquidität der Aktie und eine instabile Kursentwicklung, was potenzielle Investoren zusätzlich abschreckt.

Eine Lösung dieses Problems bieten eine Reihe kleinerer Analysehäuser, die Unternehmen Research gegen Bezahlung bieten. In Deutschland gibt es mittlerweile rund ein Dutzend Anbieter für Kaufresearch. Zu den prominentesten Firmen gehören Independent Research, die mittlerweile zu M.M. Warburg gehörende SES Research und die GBC AG. "Vielen kleinen Unternehmen bleibt oft nichts anderes übrig, als über Auftragsresearch Aufmerksamkeit bei Investoren zu erlangen", sagt Markus Plümer, Leiter der Aktienanalyse bei der Commerzbank.

Am Finanzmarkt ist Auftragsresearch aber umstritten. In einer Umfrage unter 40 institutionellen Investoren, darunter prominente Namen wie Allianz Global Investors, hat die Kölner Beratungsgesellschaft Iron eine grundsätzliche Skepsis gegenüber bezahlten Analysen ausgemacht. Zwar lehnen nur 15 Prozent der Befragten von den Unternehmen selbst finanzierte Analysen kategorisch ab. Gleichzeitig geben jedoch 40 Prozent an, dass sie kein Auftragsresearch verwenden.

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