Rezension: Fürchtet Euch nicht vor Inflation

Rezension
Fürchtet Euch nicht vor Inflation

Die Angst der Deutschen vor Inflation ist größtenteils irrational. Mark Schieritz räumt mit Mythen auf und erklärt, vor welchen „finanziellen Massenvernichtungswaffen“ sich Anleger schützen müssen.
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DüsseldorfDie Angst der Deutschen vor der Inflation sitzt tief. Und sie ist beinahe so berühmt wie die oft beschriebene deutsche Gründlichkeit. Doch diese Angst ist nichts, womit man sich brüsten kann. Am Ende könnte sie genau das bewirken, was alle so sehr fürchten: den Verlust des eigenen Vermögens.

Dass die Menschen hierzulande eine besonders große Inflationsangst haben, lässt sich zum Teil mit der deutschen Geschichte erklären. Auf den ersten Weltkrieg folgte eine Hyperinflation. Zeitweise bekam man für eine Schubkarrenladung Geldscheine gerade mal ein Brot. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam dann die Währungsreform.

Die Angst ums Geld, die viele Bürger aktuell umtreibt, ist jedoch übertrieben und basiert zum Teil auf weit verbreiteten Mythen. Das erklärt Wirtschaftsjournalist Mark Schieritz in seinem gerade veröffentlichten Buch „Die Inflationslüge – Wie uns die Angst ums Geld ruiniert und wer daran verdient“. Er räumt mit diesen Mythen auf. Sein Ziel: Nach der Lektüre soll der Leser zwischen einer echten und einer vermeintlichen Inflationsgefahr unterscheiden können.

Es gibt Aussagen, die hat jeder schon oft gehört, doch sie müssen deshalb nicht zwangsläufig richtig sein: Die Staaten fördern Inflation, um ihre Schulden abzubauen. Wenn die Notenbanken Geld drucken, steigen automatisch die Preise. Und hohe Preise gefährden den Wohlstand. Nein, sagt Schieritz, und er erklärt auch, warum. Dafür holt er zunächst ein bisschen aus und beschreibt kurz die Entstehungsgeschichte des Papiergeldes und der Notenbanken.

Was mit dem Geld passiert, das Notenbanken drucken, ist schnell erklärt: Dieses Geld können sich Banken bei der Zentralbank leihen. Sie müssen dafür mindestens den Leitzins zahlen. Und nach einer bestimmten Zeit müssen sie es wieder zurückzahlen.

Die Banken sichern damit beispielsweise Kundeneinlagen ab oder tauschen das Zentralbankgeld in Bargeld um, um dieses an ihre Kunden weiterzugeben. Diese Umwandlung betrifft aber nur einen Teil des Geldes. Deshalb sei es ein Mythos, dass die Zentralbank die Märkte unmittelbar mit Geld flutet.

Kommentare zu " Rezension: Fürchtet Euch nicht vor Inflation"

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  • Immer wieder fällt mir auf, dass die Inflationsdefinition falsch ist. Die Preissteigerung des Warenkorbes ist keine Inflation, sondern Preissteigerungen sind immer Auswirkungen der Inflation.
    Inflation kommt von lat. Infla = Ausweiten und hat zunächst einmal nichts mit Preisen zu tun. Die Anhänger der Österreichischen Schule der Nationalökonomie (Mises, Hayek, Rothbard etc ) sehen in der Inflation ausschließlich die Ausdehnung der Geldmenge.

    Da unser Geld durch Kredite geschaffen wird und diese mit Zinsen zurückgefordert werden, die niemals mit geschaffen wurden, kommt es zu einem Schuldenkreislauf indem immer mehr Geld geschaffen werden muss, um die vorher herausgegebenen Kredite und Zinsen zurück zu bezahlen. Die Auswirkungen sind exponentiell ansteigende Schuldenberge und ultimativ der Kollaps.

    Die Aufforderung des Autors, keine Angst vor Inflation zu haben ist eine kleine Beruhigungspille - mehr nicht. Die Realitäten sehen leider anders aus.

    Auch der Autor sollte sich zunächst einmal mit der Definition von Inflation beschäftigen bevor er über steigende Preise daherredet und diese als Inflation verkauft.

  • "Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die (selbstgeschaffenen; Anm.) strukturellen Probleme sind nach wie vor da; sie sind nur kaschiert worden und man hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschaffener Liquidität versenkt", schreibt der Vermögensverwalter Felix Zulauf im Februar 2013. Was die EZB beiträgt, kann nur eine „Beruhigung der Märkte“ (Originalton Draghi) sein, um einerseits die Ökonomie in den ehemaligen Schwachwährungsländern anzuheizen und Inflationsfurcht in den ehemaligen Starkwährungsländern Europas nicht erst aufkommen zu lassen. So versucht die EZB jetzt, den kapitalen politischen Bock, den die Politik 1988 schoß, eine politische Vereinigung durch eine einheitliche Währung zu erzwingen, nicht noch mehr ins Kraut schießen zu lassen. Was daraus wird, außer einer Gradwanderung zwischen der Scylla der Inflation und der Charybdis einer Rezession, weiss niemand. Aber eins ist sicher: Solange die Politik nicht total umschwenkt und endlich bekennt, einen kapitalen Bock geschossen zu haben und den auch weiterhin noch zu pflegen, werden wir früher oder später bei der Scylla oder der Charybdis landen. Die Zeichen dagegen sind hier in dem mutigen Vorstoß der Alternative für Deutschland und Europa (AfD) schon gesetzt und auch in einigen ClubMed-Ländern regen sich bereits sachlich fundierte Kräfte für ein grundsätzliches Umdenkens auch in der Politik. Das würde eine ganz neue politische Erfahrung für Europa bedeuten und den Satz von Horkheimer und Adorno in der „Kritischen Theorie“: „Solange die Weltgeschichte ihren logischen Gang geht, erfüllt sie ihre menschliche Bestimmung nicht“ durch einen Umkehrschluss endlich mal als wahr erweisen.

  • ich wette Europaer ist ein lehrer

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