Richtige Titelauswahl wichtig
China zählt weiterhin zu den Gewinnern

Die weltweiten Turbulenzen auf den Aktienmärkten gehen auch an China nicht vorbei. Aber das Land bietet weiterhin attraktive Chancen. Anleger müssen nun allerdings genauer hinschauen als bisher vielleicht.

HB LONDON. Steigende Kurse und wachsende Renditen – darüber konnten sich Anleger am chinesischen Aktienmarkt in den vergangenen Jahren freuen. Heute jedoch beherrscht vor allem eine gestiegene Volatilität die weltweiten Aktienmärkte – und Investoren fragen sich, was sie in diesem Jahr erwartet. Eines ist klar: Die hohe Volatilität wird bleiben. Grund hierfür ist die insgesamt gesunkene Risikobereitschaft der Anleger – ein Resultat der Subprime-Krise und des schwächeren Wachstums in den USA. Auch die asiatischen Märkte blieben von der Sorge um eine Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums nicht verschont. Zudem ist die steigende Inflation in China für viele Anleger Grund zur Besorgnis. Es stellt sich also die Frage, wie nachhaltig das Wachstum in China unter den derzeit eher schwierigen Bedingungen ist.

Nach einer regelrechten Kursrally in 2007 Jahr kam es zu Beginn dieses Jahres zu deutlichen Korrekturen am chinesischen Aktienmarkt. So verlor der MSCI China Index – in lokaler Währung gerechnet – im Januar rund 21,6 Prozent. Dennoch gibt es keinen Grund zur Sorge, Chinas Wachstumsstory ist noch immer intakt. Denn auch wenn die Korrelation des chinesischen Aktienmarktes mit den Märkten der Industrienationen auf Grund von engeren Verknüpfungen im Export und Importbereich in den vergangenen Jahren zugenommen hat: Das solide Wachstum des Landes wird von inneren Faktoren wie dem Binnenkonsum oder dem Thema Infrastruktur getrieben. In China sind sowohl Liquidität als auch Wirtschafts- und Gewinnwachstum stabil. Dies ist vor allem auf die strukturellen und demographischen Veränderungen im Land zurückzuführen, was die Nachhaltigkeit der Aktienentwicklung in China unterstreicht.

Anleger sollten jedoch zwischen kurzfristigen Entwicklungen und dem langfristigen Trend unterscheiden. Seit Jahresbeginn gab es einige negative Mitteilungen, die auch den chinesischen Aktienmarkt getroffen haben. Ein Beispiel hierfür sind die schlimmen Schneestürme, die erst kürzlich über dem Land gewütet haben. Es ist wahrscheinlich, dass dieses Naturereignis Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal haben dürfte. Zudem wurden chinesische Aktien einer Neubewertung unterzogen, da auch sie nicht von der niedrigen Risikobereitschaft der Anleger verschont geblieben sind.

Soweit die kurzfristigen Entwicklungen. Langfristig betrachtet erschließt sich ein ganz anderes Bild: Die Neubewertung des chinesischen Aktienmarktes ist nach den rasanten Kursanstiegen keine große Überraschung. Im Gegenteil: Es ist nur gesund, nach einem solchen Aufschwung ein gewisses Maß an Gewinnmitnahmen zu sehen. Und auch die Schneestürme haben gezeigt, wie anfällig die chinesische Infrastruktur noch immer ist. Langfristig wird das die chinesische Regierung dazu bewegen, die Infrastrukturausgaben zu erhöhen, was das Wirtschaftswachstum des Landes stützen wird.

Es wird deutlich, dass China auch in diesem Jahr zu den Gewinnern zählen wird. Anleger können noch immer mit einem Wirtschaftswachstum von rund zehn Prozent rechnen. Die großen Wachstumsgeschichten bleiben eindeutig der starke Binnenkonsum, der sich im überproportional gestiegenen Wachstum im Einzelhandelsbereich widerspiegelt, sowie der Ausbau der Infrastruktur. Die derzeitigen Kurskorrekturen zeigen eher gute Kaufgelegenheit auf. Anleger sollten dabei ihr Augenmerk nicht etwa auf ein bestimmtes Segment oder eine bestimme Unternehmensgröße legen, sondern Ausschau nach Firmen halten, die über ein solides Management und starke Verkaufsrechte im Inland verfügen. Mit der richtigen Titelauswahl und einer guten fundamentalen Analyse sollten auch die aktuell volatilen Börsenzeiten zu überstehen sein.

Gigi Chan ist Fondsmanagerin des Threadneedle China Opportunities Fund.

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