Risiken weitgehend eingepreist
Anlage-Profis setzen auf Bankaktien

Institutionelle Investoren setzen weiterhin auf Banktitel, obwohl die Zahlungsausfälle bei US-Hypothekenkrediten an bonitätsschwache Schuldner steigen. Nach dem jüngsten Kurseinbruch sehen die Experten die Risiken weitgehend eingepreist.

HB NEW YORK. Dreman Value Management, Pioneer Investments und Société Générale erwarten, dass der Anstieg bei den Zahlungsausfällen nur geringe Auswirkungen auf die Geschäfte der größten Finanzdienstleister haben wird. Vielmehr rechnen sie damit, dass deren Gewinne weiter steigen, angetrieben durch hohe Gebühreneinnahmen im Geschäft mit Unternehmensübernahmen. Erwartungen, dass mittelfristig die US-Leitzinsen wieder sinken werden, dürften zudem das Kreditgeschäft stützen.

Den Federal-Funds-Futures zufolge beträgt die Wahrscheinlichkeit 64 Prozent, dass die US-Notenbank bis August die Leitzinsen von derzeit 5,25 Prozent auf fünf Prozent senken wird. Bedenken, dass die Zahlungsausfälle bei US-Hypothekenkrediten an bonitätsschwache Schuldner sich ausweiten und die Gewinne bei den größten Kreditinstituten schmälern würden, hatten jüngst die Aktienkurse der Finanzbranche gedrückt.

So gehörten Banktitel bei den weltweiten Kurseinbrüchen ab dem 27. Februar zu den größten Verlierern. Dadurch sind Bankaktien aber derzeit günstig bewertet. So wiesen die im S&P 500 vertretenen US-Finanzaktien auf dem Tiefstpunkt der jüngsten globalen Kursstürze am 5. März ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,4 auf, das ist nach Angaben von Bloomberg der niedrigste Wert seit August 1996. Auch im globalen Durchschnitt wurden Finanzaktien am 5. März bei einem KGV von 12,4 gehandelt.

Die Aktie von Merrill Lynch gehörte dabei zu den preiswertesten Titeln: Ihr KGV betrug 10,4, das ist der niedrigste Stand seit August 1996. Noch günstiger waren die Papiere der Deutschen Bank: Sie hatten am Stichtag ein KGV von 7,4, das niedrigste seit Dezember 2001.

„Die Investoren haben bei den jüngsten Kursrückgängen das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und zu stark verkauft“, kommentierte Armin Lang, Leiter der Abteilung Investments bei Pioneer Investment Deutschland in München. „Bei den momentanen Kursniveaus dürften viele Risiken eingepreist sein.“

Auch wird damit gerechnet, dass die Gewinne der US-Finanzunternehmen stärker wachsen als zuvor angenommen. Von Bloomberg befragte Analysten erwarten, dass ihre Gewinne im ersten Quartal dieses Jahres um durchschnittlich 7,7 Prozent steigen.

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