Risikoabsicherung
Anleger haben aus der Baisse gelernt

Höhere Risiken werden heute besser abgesichert. Neue Produktformen bringen Bewegung in den Markt und tragen zur Risikostreuung bei.

HB STUTTGART. Im Vorfeld der Anlegermesse Invest lassen sich zwei interessante Trends im Anlegerverhalten feststellen. Zum einen neigen Privatanleger dazu, in sicherheitsorientierte Produkte zu investieren. Dies lässt sich an steigenden Börsenumsätzen mit Anlagezertifikaten, aber auch mit Anleihen ablesen. Zum anderen ist eine deutliche Belebung im Geschäft mit Aktiennebenwerten und Hebelprodukten festzustellen. Hierbei ist vor allem eine Renaissance der Optionsscheine zu beobachten.

Getragen wird die aktuelle Entwicklung an den Börsen damit von Handelszuwächsen in allen Wertpapiergattungen. Dabei profitieren die Anleger von der allgemein anziehenden Performance der Aktienindizes gepaart mit einem steigenden Volatilitätsverlauf, also zunehmender Schwankungsbreite. Die Kombination dieser Faktoren hat seit September 2005 zu einer deutlichen Zunahme der Handelstätigkeit mit Hebelprodukten wie Knock-out-Zertifikaten oder Optionsscheinen geführt - also allesamt Anlagemöglichkeiten mit einem hohen Chance-/Risikoprofil.

Die Anleger gehen wieder höhere Risiken ein, ohne aber die eigene Kapitalabsicherung zu vernachlässigen: Viele Anleger haben Lehren aus dem Scheitern des Neuen Marktes gezogen. Das zarte Pflänzchen der Anlagekultur in Deutschland gedeiht wieder. Unterm Strich bleibt nicht nur die Erkenntnis, dass die Privatanleger nach langer Zeit der Abstinenz an die Börse zurückgekehrt sind. Es ist auch so, dass neue Produktformen Bewegung in die Anlagelandschaft brachten. Verbriefte Derivate etwa bieten schon bei geringem Kapitaleinsatz die Möglichkeit, an komplexen Investitionsideen teilzuhaben. Emittenten ermöglichen den Anlegern zum Beispiel mittelbaren Zugang zum bislang für Privatanleger unzugänglichen Terminmarkt.

Andreas Willius ist Vorstand der Börse Stuttgart.

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